Hacker-Bedrohung wächst
Kleine und mittelständische Unternehmen rücken in den Fokus von Online-Kriminellen. Begünstigt wird die Entwicklung durch das fehlende Know-how und oft geringe Budgets für die IT-Sicherheit. EU-Kommission und Europaparlament wollen gegen die Bedrohung aus dem Netz vorgehen. (Bildnachweis: pixelio.de, Gerd Altmann)Wie die IT-Wochenzeitung Computerwoche berichtet, gehen die Angreifer immer professioneller und gezielter vor. Konventionelle Sicherheitsvorkehrungen wie Firewalls, Viren-Scanner, regelmäßige Patches und Backups bieten gegen diese Bedrohung meist keinen Schutz mehr. Schätzungen zufolge erleiden deutsche Unternehmen durch Hacker-Angriffe jährlich einen Schaden von 24 Milliarden Euro.
Gerald Hahn, CEO des Cloud-Service-Anbieters Softshell AG, warnt ausdrücklich die Mittelständler, denen er in Sachen IT-Sicherheit zum Teil Ignoranz und Rückständigkeit vorwirft: „Die amerikanischen Unternehmen merken es, wenn sie angegriffen werden – die deutschen nicht.“ Andreas Stein, Managing Director bei Dell Services, ergänzt, dass professionell geplante und geführte Attacken teils noch „mit Verfahren aus der Anfangszeit des Web begegnet“ werde. Die Experten fordern daher eine Abkehr vom bisherigen System- und Geräte-Ansatz. Vielmehr müsse der Schutz der einzelnen Information im Vordergrund stehen. Daneben wird gefordert, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und staatlichen Stellen zu stärken, um einen steten Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und bei Bedrohungen schneller zu handeln.
Auch die EU-Abgeordneten des Innenausschusses wollen mehr Verantwortung bei den IT-Anbietern wecken, wie die CSU-Berichterstatterin des Europaparlaments für die Richtlinie zu Angriffen auf Informationssysteme, Monika Hohlmeier, meldet. „Kein Autobauer darf es sich leisten, einen Wagen ohne Sicherheitsgurte in den Verkehr zu schicken. Und wenn er dies doch tut, so muss er für möglichen Schaden haften. Diese Regeln müssen auch in der virtuellen Welt gelten“, sagte sie. Sie begrüßt die Absicht der EU-Kommission, ein europäisches Abwehrzentrum aufzubauen, das Verbrechen im Internet bekämpft. Wie die Kommission mitteilte, soll das Europäische Zentrum zur Bekämpfung der Cyberkriminalität im Europäischen Polizeiamt (Europol) in Den Haag eingerichtet werden, um Bürgern und Unternehmen im Kampf gegen die zunehmende Bedrohung durch Cyberstraftaten Hilfe zu leisten. Hohlmeier plädiert zudem für ein EU-weit einheitliches Strafmaß bei Hacker-Angriffen.
Unter www.it-sicherheit-in-der-wirtschaft.de unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium kleine und mittelständische Unternehmen beim Thema IT-Sicherheit.
Quelle: Computerwoche, EU-Kommission, Monika Hohlmeier (CSU)
Weitere Artikel zum Thema "IT & Telekommunikation"

Diesmal unter anderem:
- Virenschutz für
mobile Geräte
- Bilanzerleichterung für
Kleinstunternehmen
- Einladung zur elften
Mitgliederversammlung
Auch 2013 unterstützt die AGEV wieder den Wettbewerb zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Er läuft noch bis zum 15.05.2013. Bewerben Sie sich um den
Nachhaltigkeitspreis!
Für alle, die die AGEV-
Themen näher kennenlernen und überhaupt immer auf dem Laufenden sein wollen:
Jeden Dienstag erscheint der AGEV-Newsletter, den Sie hier bestellen können.
Keine Pflichtversicherung für Selbstständige
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales prüft im Rahmen seines Projektes "Rentendialog" auch die Versicherungspflicht für Selbstständige, um potenzieller Altersarmut vorzubeugen. Gut gemeint, aber teuflisch im Detail.
Die AGEV hat daher diese Stellungnahme an die Beteiligten geschickt und veröffentlicht.
GEZ-Novelle
Im Interesse ihrer Mitglieder hat die AGEV auf die Nachteile des 15. Rundfunk-änderungsstaatsvertrags aufmerksam gemacht und die Politiker haben geantwortet. Weiterlesen
Ressourceneffizienz vervielfachen!
Die größte technische Innovationsgeschichte war die industrielle Revolution: In 150 Jahren wurde die Arbeitsproduktivität etwa verzwanzigfacht. Das hat uns riesigen Wohlstand gebracht, allerdings auch Überkonsum stimuliert.
Das heutige Problem heißt Klimastabilisierung und Ressourcenschonung. Die Antwort darauf könnte heißen: Verzwanzigfachung der Ressourcenproduktivität, mittelfristig vielleicht eine Verfünffachung.
Das kriegen wir aber nur hin, wenn wir von der industriellen Revolution lernen: die Verzwanzigfachung der Arbeitsproduktivität wäre undenkbar gewesen, wenn die Stundenlöhne nicht etwa im gleichen Umfang gestiegen wären. Ressourcen aber wurden 200 Jahre lang immer billiger. Wenn wir Energie und andere Ressourcen jedes Jahr um gerade so viel Prozent teurer machen, wie ihre Produktivität im Vorjahr gestiegen ist, erreichen wir in ca. 40 Jahren die Verfünffachung und in 100 Jahren vielleicht die Verzwanzigfachung. Praktisch alle heute sichtbaren Umwelt- und Klimaprobleme wären gelöst!
Ein Zwischenruf von Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker


![info[AT SIGN]agev[DOT]de](/images/email/navigation.gif)
Download Magazin ![info[AT SIGN]agev[DOT]de](/images/email/footer.gif)