Mobile Payment nimmt an Fahrt auf
Im April startet die Deutsche Kreditwirtschaft ein Pilotprojekt zum Zahlen per Funk in Niedersachsen. Kunden sollen künftig kleine Beträge ohne Pin oder Unterschrift kontaktlos bezahlen. Im August soll das System bundesweit eingeführt und Millionen Girokarten mit der Funktechnologie ausgestatten werden. (Bildnachweis: pixelio.de, Claudia Hautumm)An dem Pilotprojekt im Großraum Hannover, Braunschweig und Wolfsburg nehmen über 1,3 Millionen Kunden teil. Sie sollen für ein Jahr testen, wie Beträge bis 20 Euro kontaktlos über einen Prepaid-Chip auf der „girocard“ bezahlt werden können.
Die Sparkassen-Finanzgruppe profitiert laut Unternehmensberater Steria Mummert Consulting von einem klaren Vertrauensplus gegenüber den Telekommunikationsunternehmen, die das mobile Bezahlen per Mobilfunktelefon fokussieren. Klaus Schilling, Bankexperte bei Steria Mummert Consulting, empfiehlt dennoch eine enge Zusammenarbeit zwischen deutschen Banken und Telekommunikationsanbietern, um „mittelfristig mit dem Handy eine Alternative zu klassischen EC- und Kreditkartenzahlungen anzubieten“. Wie Schilling weiter erklärt, ist die Marktakzeptanz der Bezahlsysteme per Smartphone in den USA bereits groß. „Damit öffnet sich perspektivisch ein neuer wichtiger Kanal für die Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs.“
Die Akzeptanz des Systems ist nicht nur abhängig vom Verbraucher, sondern auch von den Unternehmen, die die Bezahlung per kontaktloser Karte ermöglichen. Mit der „GeldKarte“ gibt es die Möglichkeiten des Bezahlens von Kleinstbeträgen ohne Pin und Unterschrift seit 1996. Der Erfolg der GeldKarte ist fraglich, im Jahr 2010 wurde die Karte rund 5,5 Millionen Mal geladen, mit einem Durchschnittswert von 28 Euro. Der Chip für die Bezahlfunktion ist aber auf 88 Millionen Bankkarten aufgebracht. Die GeldKarte wird bisher an Automaten, z. B. für Fahrkarten oder Parkscheine, eingesetzt und zur Verpflegung an Schulen und in Fußball-Stadien.
Beim aktuellen Pilotprojekt nehmen der Lebensmitteleinzelhändler EDEKA, Buchhändler Thalia, Christ, Hussel, AppelrathCüpper und Esso Tankstellen teil. Erkennungszeichen für die kontaktlose Zahlfunktion ist das neue „girogo“-Markenzeichen. Über weit mehr Akzeptanzstellen verfügt „PayPass“, das System zum kontaktlosen Bezahlen von MasterCard. Es funktioniert ähnlich wie girogo, Geldbeträge müssen jedoch nicht zuvor aufgeladen werden.
Informationen zu PayPass finden Sie bei MasterCard und Informationen zur GeldKarte und girogo unter www.geldkarte.de.
Quelle: EURO Kartensysteme GmbH, Steria Mummert Consulting, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), MasterCard
Weitere Artikel zum Thema "IT & Telekommunikation"
Für alle, die die AGEV-
Themen näher kennenlernen und überhaupt immer auf dem Laufenden sein wollen:
Jeden Dienstag erscheint der AGEV-Newsletter, den Sie hier bestellen können.

Diesmal unter anderem:
- Spannendes zu LTE
- Neues zur GEZ
- Alles zum
AGEV-Unternehmertreff
Keine Pflichtversicherung für Selbstständige
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales prüft im Rahmen seines Projektes "Rentendialog" auch die Versicherungspflicht für Selbstständige, um potenzieller Altersarmut vorzubeugen. Gut gemeint, aber teuflisch im Detail.
Die AGEV hat daher diese Stellungnahme an die Beteiligten geschickt und veröffentlicht.
GEZ-Novelle
Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird neu geregelt und das bisherige gerätebezogene Abrechnungsmodell auf eine nutzerbezogene Finanzierung umgestellt.
Nach Auffassung der AGEV dürfen kleine Unternehmen in Zukunft nicht stärker belastet werden als bisher und die Administration muss eher einfacher werden. Daher haben wir in der letzten Woche den politischen Gremien eine Stellungnahme übersandt.
GEZ-Novelle
Im Interesse ihrer Mitglieder hat die AGEV auf die Nachteile des 15. Rundfunk-änderungsstaatsvertrags aufmerksam gemacht und die Politiker haben geantwortet. Weiterlesen
Ressourceneffizienz vervielfachen!
Die größte technische Innovationsgeschichte war die industrielle Revolution: In 150 Jahren wurde die Arbeitsproduktivität etwa verzwanzigfacht. Das hat uns riesigen Wohlstand gebracht, allerdings auch Überkonsum stimuliert.
Das heutige Problem heißt Klimastabilisierung und Ressourcenschonung. Die Antwort darauf könnte heißen: Verzwanzigfachung der Ressourcenproduktivität, mittelfristig vielleicht eine Verfünffachung.
Das kriegen wir aber nur hin, wenn wir von der industriellen Revolution lernen: die Verzwanzigfachung der Arbeitsproduktivität wäre undenkbar gewesen, wenn die Stundenlöhne nicht etwa im gleichen Umfang gestiegen wären. Ressourcen aber wurden 200 Jahre lang immer billiger. Wenn wir Energie und andere Ressourcen jedes Jahr um gerade so viel Prozent teurer machen, wie ihre Produktivität im Vorjahr gestiegen ist, erreichen wir in ca. 40 Jahren die Verfünffachung und in 100 Jahren vielleicht die Verzwanzigfachung. Praktisch alle heute sichtbaren Umwelt- und Klimaprobleme wären gelöst!
Ein Zwischenruf von Professor Dr. Ernst Ulrich von WeizsäckerRechner für alle Lebenslagen
Die Seite zinsen-berechnen.de bietet eine Fülle von mächtigen kleinen Rechenprogrammen, die für Kredit- und Rendite-berechnungen aller Art Hilfestellung leisten. Die umfangreiche Werbung nervt etwas, aber abgesehen davon eine sehr nützliche Seite, die für den vielen Unsinn im Netz entschädigt.



![info[AT SIGN]agev[DOT]de](/images/email/navigation.gif)
Download Magazin ![info[AT SIGN]agev[DOT]de](/images/email/footer.gif)