Anonymisierte Bewerbung
Über Bewerbungen ohne Namen, Bild oder Alter wollen zwei deutsche Ministerien in Zukunft vakante Stellen besetzen. Mit dieser Maßnahme soll mehr Chancengleichheit geschaffen werden. (Bildnachweis: pixelio.de, S. Hofschlaeger)Laut Informationen des Tagesspiegels wollen sowohl das Bundesfamilienministerium, als auch das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales in Zukunft mit anonymisierten Bewerbungsunterlagen arbeiten. Dabei sollen Alter, Geschlecht, Familie oder ethnische Wurzeln unkenntlich gemacht werden, damit nur die Qualifikation des Bewerbers für die Einladung zum Gespräch entscheidend ist. Damit sollen allen Bewerbern gleiche Chancen eingeräumt werden, besonders jene, die es bisher auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, wie über 50-Jährige oder Migranten.
Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), Christine Lüders, hatte bereits früher die anonymisierte Bewerbung gefordert. Sie verwies auf eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), nach der allein ein türkischer Nachname die Chancen auf eine Einladung um 14 Prozent senkt, in kleineren Unternehmen sogar um 24 Prozent.
Mit Hilfe der anonymisierten Bewerbung sollte nun allen Bewerbern die Chance eingeräumt werden, durch Persönlichkeit und Qualifikation zu überzeugen. Entsprechende Modellversuche seien bereits in Frankreich, Schweden oder den USA durchgeführt worden und auch in Deutschland werde die ADS eine Expertise in Auftrag geben.
Quelle: ADS, Tagesspiegel, RP-Online
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