„Made in Germany“ nicht in Gefahr?
Droht der deutschen Industrie und im Besonderen dem Mittelstand Schaden durch eine geplante Neuregelung seitens der Europäischen Kommission? Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, geht davon aus und prophezeit steigende Bürokratiekosten. EU-Zollkommissar Algirdas Šemeta beschwichtigt und will die derzeitigen „unbegründeten Spekulationen“ beenden. (Bildnachweis: pixelio.de, Gerd Altmann)Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt die EU-Kommission ausdrücklich vor der Gefährdung des Labels „Made in Germany“: „Wenn künftig Herkunft und Wert der Vormaterialien entscheidend sind, werden viele Produkte nicht mehr als deutsch gelten. Das wäre zum Schaden der deutschen Wirtschaft und der Verbraucher, denen eine wichtige Orientierungshilfe verloren ginge“, sagt DIHK-Präsident Driftmann gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“.
Die bisherige Regelung sieht vor, dass die letzte Fertigungsstufe ausschlaggebend ist, welches Herkunftsland am Ende auf dem Produkt steht. Die neuen Pläne zur Bestimmung des Ursprungslands führen zu erheblichem Mehraufwand und steigenden Kosten, da Produktionsschritte stärker dokumentiert und nachvollziehbar sein müssten. Das Siegel „Made in Germany“ dürfen nur noch Waren tragen, deren Wertanteil mindestens zu 45 Prozent aus Deutschland stamme, so der DIHK.
EU-Steuer- und Zollkommissar Šemeta beschwichtig: „Ich habe keine neuen Regeln vorgeschlagen, die irgendetwas an den Möglichkeiten von Herstellern ändern würden, die Kennzeichnung ‚Made in Germany‘ zu verwenden.“ Der Kommissar ist sich der Bedeutung des Labels für deutsche Unternehmer bewusst und erklärt die Verwirrung mit einer Diskussion über die Herkunftslandregeln für Importe in die Union. Šemeta betont, dass die Diskussion sich noch in einem sehr frühen Stadium befinde und lediglich auf EU-Importe konzentriere – „und nicht auf Waren, die in Deutschland oder anderen EU-Mitgliedstaaten produziert werden.“
Viel heiße Luft um nichts? Die Skepsis bleibt.
Quelle: Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Europäische Kommission - Vertretung in Deutschland
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