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23.01.2012

Nachweispflicht bei Lieferungen in die EU

Seit dem 1. Januar 2012 gilt die grundlegende Änderung der Paragrafen 17a und 17c der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung (UStDV), wonach eine umsatzfreie Lieferung innerhalb der Europäischen Gemeinschaft nur noch mit einer Abnehmerbestätigung möglich ist. Bis zum 1. April 2012 gilt eine Übergangsfrist, doch schon jetzt sorgt die neue Verordnung für Unmut. (Bildnachweis: pixelio.de, Rainer Sturm)

Nach dem Umsatzsteuergesetz sind innergemeinschaftliche Warenlieferungen umsatzsteuerfrei, wenn die Unternehmen die Voraussetzungen und die Nachweispflicht erfüllen. Die bisherige Vorgehensweise, eine Bescheinigung des beauftragten Spediteurs vorzulegen, ist nicht mehr ausreichend: Für die Dokumentation schreibt der Gesetzgeber vor, dass diese aus der Rechnung und einer so genannten Gelangensbestätigung bestehen muss.

Die Gelangensbestätigung ist eine Bestätigung des Warenabnehmers und laut Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Druck und Medien, „bürokratisch, unausgegoren und kostenintensiv“. Wie der Verband mitteilt, bedeutet die Verordnung einen deutlichen Rückschritt: „Da künftig Ort und Tag des Erhalts bzw. des Endes der Beförderung des Gegenstands quittiert werden müssen, ist das Ausstellen von Bescheinigungen wie bisher im Vorfeld des Transportes nicht mehr möglich.“

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) schätzt, dass sich die Nachweispflicht für viele Unternehmen als undurchführbar erweisen wird. Fehler können zu Steuernachzahlungen führen. Neben den Unternehmen stehen die Spediteure unter Druck, eine ungültige Bescheinigung kann teuer werden, da der Auftraggeber Schadensersatzansprüche geltend machen könnte. Das wohl wichtigste Problem, erklärt DIHK-Umsatzsteuerexpertin Brigitte Neugebauer, sei es, einen ausländischen Abnehmer dahingehend zu bewegen, eine Erklärung in einer fremden Sprache zu unterschreiben.

Das Bundesministerium der Finanzen hat Entwürfe der Gelangensbestätigung in deutscher, englischer und französischer Sprache veröffentlicht. Ein elektronisches Verfahren ist nicht geplant.

Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Bundesverband Druck und Medien, Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)



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AGEV nimmt Stellung I

Keine Pflichtversicherung für Selbstständige

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales prüft im Rahmen seines Projektes "Rentendialog" auch die Versicherungspflicht für Selbstständige, um potenzieller Altersarmut vorzubeugen. Gut gemeint, aber teuflisch im Detail.

Die AGEV hat daher diese Stellungnahme an die Beteiligten geschickt und veröffentlicht.



AGEV nimmt Stellung II

GEZ-Novelle

Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird neu geregelt und das bisherige gerätebezogene Abrechnungsmodell auf eine nutzerbezogene Finanzierung umgestellt.

Nach Auffassung der AGEV dürfen kleine Unternehmen in Zukunft nicht stärker belastet werden als bisher und die Administration muss eher einfacher werden. Daher haben wir in der letzten Woche den politischen Gremien eine Stellungnahme übersandt.



Politik antwortet

GEZ-Novelle

Im Interesse ihrer Mitglieder hat die AGEV auf die Nachteile des 15. Rundfunk-änderungsstaatsvertrags aufmerksam gemacht und die Politiker haben geantwortet. Weiterlesen



Vom Vordenker zum Nachdenken

Ressourceneffizienz vervielfachen!

Die größte technische Innovationsgeschichte war die industrielle Revolution: In 150 Jahren wurde die Arbeitsproduktivität etwa verzwanzigfacht. Das hat uns riesigen Wohlstand gebracht, allerdings auch Überkonsum stimuliert.

Das heutige Problem heißt Klimastabilisierung und Ressourcenschonung. Die Antwort darauf könnte heißen: Verzwanzigfachung der Ressourcenproduktivität, mittelfristig vielleicht eine Verfünffachung.

Das kriegen wir aber nur hin, wenn wir von der industriellen Revolution lernen: die Verzwanzigfachung der Arbeitsproduktivität wäre undenkbar gewesen, wenn die Stundenlöhne nicht etwa im gleichen Umfang gestiegen wären. Ressourcen aber wurden 200 Jahre lang immer billiger. Wenn wir Energie und andere Ressourcen jedes Jahr um gerade so viel Prozent teurer machen, wie ihre Produktivität im Vorjahr gestiegen ist, erreichen wir in ca. 40 Jahren die Verfünffachung und in 100 Jahren vielleicht die Verzwanzigfachung. Praktisch alle heute sichtbaren Umwelt- und Klimaprobleme wären gelöst!

Ein Zwischenruf von Professor Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker


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