Unterwasserkabel schwer zu schützen

7. November 2022


Dünn wie ein Gartenschlauch: Unterwasserkabel sind die Achillesferse der kritischen Infrastruktur des Westens. Werden sie zerstört, hat das große Auswirkungen auf Wirtschaft und Kommunikation. Wie gut schützt Europa seine Unterseekabel?

Weltweit gibt es nach Angaben des Marktforschungsunternehmens TeleGeography mehr als 530 Unterwasserkabel. Sie sind 1,3 Millionen Kilometer lang und befördern damit 95 Prozent des globalen Internetverkehrs. Wozu Schäden an den Kabeln führen können, zeigten Vorfälle auf den britischen Shetland-Inseln: Telefon- und Internetleitungen fielen aus, Kartenzahlung und Bargeldabhebungen waren zeitweise unmöglich.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat vorgeschlagen, die EU-Staaten sollten auf Grundlage gemeinsamer Standards Stresstests der kritischen Infrastruktur durchführen. Zudem sollen Satellitenüberwachungen zur Erkennung verdächtiger Schiffe eingesetzt werden. „Kritische Infrastrukturen sind die neue Grenze der Kriegsführung. Und Europa wird darauf vorbereitet sein“, sagte von der Leyen.

Abhängigkeit Europas

Manuel Atug, Gründer der AG Kritis, eine Arbeitsgruppe von Experten und Expertinnen zu Kritischen Infrastrukturen, räumte gegenüber dem WDR ein, dass ein großes Problem mit dem Schutz von Unterseekabeln darin bestehe, dass Europa völlig abhängig von ausländischen Kabelanbietern sei. Demnach liegt auch die Kontrolle bei amerikanischen und asiatischen Konzernen und die Gefahr der Datenspionage erhöhe sich potenziell. Um Sabotage zu verhindern, schlägt der Experte vor, Inhalte besser zu verschlüsseln. Eine solche Maßnahme gesetzlich vorzuschreiben, sei ein Weg, um Spionage zu verhindern.

Quelle: businessinsider

Bildquelle: pixabay.com

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