KI scheitert in Deutschland an Rahmenbedingungen

7. November 2022


Der Einsatz von KI scheitert hierzulande an den Rahmenbedingungen, weshalb Deutschland im weltweiten Wettbewerb zurückzufallen droht. Das ist das Fazit des KI-Monitors vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Für 2022 ist der im KI-Monitor berechnete KI-Index in seiner vierjährigen Historie erstmals rückläufig. „Deutschland schwelgt in Dichter-und-Denker-Romantik – leider auf Kosten der Künstlichen Intelligenz. Die Rahmenbedingungen für KI müssen dringend positiv verändert werden. Wir brauchen aus Brüssel und Berlin mutige Zeichen und Impulse, keine Regulierung und Einschränkung der KI, sondern positive Lösungsansätze für den Einsatz von Daten“, sagt BVDW-Vizepräsident Alexander Kiock.

In dieser Woche wird in Brüssel der AI-Act („KI-Verordnung“) auf Arbeitsebene diskutiert und der Gesetzesentwurf vorbereitet, über den das Parlament abstimmen soll. Sicher sei bereits jetzt, so der BVDW, dass auf Unternehmen und Wissenschaft von der Europäischen Union neue regulatorische Barrieren zukommen. Das Regelwerk wird voraussichtlich Anfang 2023 verabschiedet und dürfte sich mittelfristig negativ auf den KI-Index auswirken.

„Die alte Bundesregierung hatte im November 2018 ihre ‚Strategie Künstliche Intelligenz‘ beschlossen und 2020 aktualisiert, doch das Fitnessprogramm verfehlte die gesteckten Ziele. Ein positiver Effekt war 2022 für die Wirtschaft nicht sichtbar“, sagt Kiock. Der KI-Monitor zeigt: Weniger Unternehmen setzten auf KI-Lösungen als noch im Jahr zuvor. Zuletzt bauten laut KI-Monitor annährend 19 Prozent aller Unternehmen auf KI-Lösungen – ein Rückgang von zwei Prozentpunkten. Trübe Aussichten prägten auch den Jobmarkt: Der Anteil der Stellenanzeigen, in denen nach KI-Fähigkeiten verlangt wurde, ging um neun Prozent zurück. „In Summe konstatieren wir alarmierende Tendenzen. Die Ursachenforschung wird uns beschäftigen – Fakt ist jedoch, nicht alles ist der Pandemie zuzuschreiben“, sagt Kiock.

Im Rahmen des BVDW-Podcasts sprach Sebastian Witte (BVDW, Referent KI) mit Dr. Christian Rusche (IW Köln), einem der Autoren des KI-Monitors 2022, über die Ergebnisse sowie über die abgeleiteten Handlungsempfehlungen der Untersuchung.

Quelle: BVDW

Bildquelle: pixabay.com

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