Satelliten-Internet für Europa

Um sich unabhängiger zu machen und für Notfälle gerüstet zu sein, will die EU offenbar schnell ein eigenes Satelliten-Internet als Starlink-Alternative an den Start bringen. Bis 2027 sollen 170 Satelliten im Orbit sein – wenn man sich denn einigen kann.

Schon im Februar 2022 hatte die Europäische Kommission angekündigt, ein eigenes Satelliten-Internet-System zu errichten. Die Initiative ist Teil der Kampagne des EU-Binnenmarkt-Kommissars Thierry Breton, der mehr strategische Autonomie Europas in Sachen kritischer Infrastruktur anstrebt. Außerdem will die EU auch Teile Afrikas mitversorgen, um dort der chinesischen Einflussnahme einen Riegel vorzuschieben.

Insbesondere vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs – hier sprang SpaceX mit seinem Starlink-Internet ein – und drohender Engpässe bei der Energieversorgung will die EU eine von ihr selbst kontrollierte Internetversorgung sicherstellen. Zudem bereiten der EU die militärischen Bestrebungen von China und Russland – auch im Weltraum – Sorge. So soll China etwa einen Angriff auf (Starlink-)Satelliten mit einer Atombombe simuliert haben – eine ziemlich eindeutige Drohung.

EU-Satelliten-Internet kostet sechs Milliarden

Die Transportsituation ist ein Punkt, der geklärt werden muss, wenn die EU ein eigenes Satelliten-Internet angeht. In den Jahren 2025 bis 2027 will die EU bis zu 170 Satelliten in den Orbit bringen lassen. Kostenpunkt: rund sechs Milliarden Euro. Die Einigung über die finanzielle Beteiligung der Mitgliedsländer ist der größere Brocken, der aus dem Weg geräumt werden muss.

Die Kommission plant, 2,4 Milliarden Euro aus verschiedenen EU-Programmen zur Finanzierung der Satellitenflotte zusammenzukratzen. Private Unternehmen sollen die übrigen 3,6 Milliarden Euro stemmen.

Quelle: t3n

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