Satellitennetz: Gefahr für Sabotage

14. Oktober 2022


In einem Gespräch mit dem Handelsblatt schätzt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dass Europas eigentlicher Schwachpunkt die Satellitenkommunikation ist, sie sei anfälliger für Angriffe als Seekabel.

Der Industrieverband BDI sieht eine Bedrohung für die elektronische Kommunikation durch Angriffe auf die Satellitenkommunikation. „Europas eigentlicher Schwachpunkt liegt nicht auf dem Meeresboden, sondern im All“, sagte Matthias Wachter, Abteilungsleiter Sicherheit des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), dem Handelsblatt. Als mögliche Angriffsziele sieht Wachter Satelliten und deren Bodenstationen.

Bedrohung für den globalen Datentransfer

Satelliten bieten Kommunikationsmöglichkeiten, auch wenn keine terrestrischen Netze mehr verfügbar sind. Die Bodenstation vermittelt das Signal an das Festnetz und in das Mobilfunknetz. Ein Umgehen der terrestrischen Netze ist möglich. Werde dieses Netzwerk im größeren Umfang sabotiert, dann breche ein integraler Bestandteil des globalen Datentransfers zusammen – mit weitreichenden Folgen, sagte der frühere Bundeswehrsoldat. Über Satelliten wird zivile und militärische Kommunikation geleitet, etwa Signale für Navigationsdienste. Eine Störung würde aber auch die Abwicklung von Geldtransfers und den Aktienhandel beeinträchtigen, erklärte Wachter.

Für das Finanzsystem ist der Datenaustausch über die Stationen im All von zentraler Bedeutung, wie Wachter sagte, der zugleich Geschäftsführer der BDI-Initiative New Space ist. Gerade in der Abwicklung von Kapitaltransfers, etwa in Verbindung mit Aktiengeschäften, erfolge ein Abgleich von Zeit und Daten über Satelliten. „Fallen diese aus, könnte das gesamte Finanzsystem massiv beeinträchtigt werden“, sagte Wachter.

Quelle: golem.de

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