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Neue Trojaner unterwegs

Schadprogramme wie WannaCry oder Petya haben in der Vergangenheit große Schäden angerichtet. Aktuell treibt ein neuer Trojaner sein Unwesen. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Variante des altbekannten Emotet-Trojaners.

Ein Krankenhaus in Oberbayern und einen Maschinenbauer aus München hat es unter anderem getroffen. Der neue Trojaner verschlüsselte sämtliche Windows-Computer im lokalen Netzwerk und legte so den Betrieb lahm. Die Unternehmen waren offenbar unvorbereitet.

Die Unternehmen schaffen einfach nicht die dringend notwendigen Grundlagen, um solche Angriffe bereits im Keim zu ersticken, erklärt Götz Schartner, CEO des Cyber-Security-Unternehmens 8com. Mit der Etablierung eines sicherheitsorientierten Berechtigungs- und Konfigurationsmanagements sowie speziellen Services zur permanenten Detektion von Sicherheitslücken sei die Weiterverbreitung von Schadsoftware ganz einfach einzudämmen.

Angestoßen werde die Erstinfektion des Trojaners Emotet meist durch den Versand einer Phishing-Mail. Doch erst dadurch, dass der Empfänger die Ausführung von Makros beim Öffnen eines verseuchten Anhangs gestattet, wird sie gestartet. Schon das dürfte niemals geschehen und ließe sich mühelos verhindern: Die Ausführbarkeit fremder, unsignierter Makros muss auf der Systemebene ganz einfach unterbunden werden, Problem gelöst, erklärt Schartner.

Hat der Schädling erst ein System infiziert, breitet er sich sofort im Netzwerk seines Opfers aus und lädt weitere Schadsoftware herunter. Von Ausspäh-Modulen, über Ransomware bis hin zu Finanzmanipulationsmodulen sei alles denkbar. Firewalls, VPN-Server und Antivirensoftware reichten als Schutzmaßnahmen nicht aus, meint Schartner. Denn beste technische Schutzmaßnahmen nützten wenig, wenn sie von Sicherheitslücken durchsetzt sind oder einfach umgangen werden könnten. Schon ein einziger Fehler würde ausreichen, um der Ausbreitung von Schadsoftware Tür und Tor zu öffnen.

Aber aktuelle Trojaner können laut Schartner noch mehr. Hätten sie ein System erst infiziert, besäßen sie die Möglichkeit, Outlook-Kontakte und ganze Kommunikationsverläufe ihrer Opfer auszulesen. Das versetze sie in die Lage, selbstständig und automatisiert Phishing-Mails mit verseuchtem Anhang im Namen ihrer Opfer zu versenden. Für den Empfänger werde es dadurch sehr schwer, die Phishing-Mails als solche zu identifizieren, da die Mails zu bestehenden Kontexten passen. So könnten sich die Schädlinge über Netzwerkgrenzen hinaus weiterverbreiten und ihre Trefferquote noch weiter steigern.

Quelle: OTS


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