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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

Alternative zum Log-in via Facebook, Google und Co.

Jeder digitale Dienst verlangt vom Nutzer eine Registrierung. Manche bieten ihren Kunden an, sich über eine Plattform anzumelden, bei der sie bereits registriert sind. Eine DSGVO-freundliche Variante stellt das Fraunhofer AISEC bereit.

Statt sich viele Zugangsdaten zu merken, greifen viele Nutzer auf ihre digitalen Identitäten bei Facebook, Google oder Twitter zurück, um sich bei anderen Diensten einzuloggen. Die Anbieter profitieren, indem Facebook und Co. sie mit wertvollen Zusatzinformationen versorgen. Auf der anderen Seite führt die Verwendung des fremden Verifizierungssystems die Dienste in ein Abhängigkeitsverhältnis. Die Log-in-Anbieter lernen indes ihren Kunden besser kennen – der Verbraucher wird noch gläserner. Damit Nutzer ihre Datensouveränität zurückerhalten und Diensteanbieter in keine Abhängigkeiten rutschen, gibt es „re:claimID“.

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit (AISEC) hat den dezentralen Dienst als freie Alternative zur Weitergabe digitaler Identitäten entwickelt. Als Open-Source-Software ist er frei verfügbar und basiert auf folgenden Prinzipien: Identitäten werden in dem sicheren Peer-to-Peer Namenssystem GNS (GNU Name System) dezentral verwaltet. Dabei kann der Nutzer für seine Identitäten einzelne Attribute wie zum Beispiel E-Mail-Adresse oder Name im Namenssystem ablegen. Dort liegen sie nicht im Klartext, also für jeden lesbar vor, sondern sind mittels Attribute-Based Encryption (ABE) verschlüsselt. Auf Anfrage eines Diensteanbieters kann der Nutzer eine Teilmenge seiner Attribute selektiv zur Verfügung stellen. Er autorisiert ihn, indem er ihm dafür einen spezifischen Schlüssel ausstellt. Der Nutzer kann diesen Zugriff jederzeit widerrufen oder einschränken. Der Vorteil der Lösung für Diensteanbieter: Die Kundendaten werden im Einklang mit der DSGVO bedarfsgerecht und mit Einwilligung erhoben und genutzt.

re:claimID kann über den etablierten Standard OpenID Connect in Webseiten und Apps integriert werden. Technisch ändert sich für den Diensteanbieter kaum etwas. Die Software Repository des Projekts ist auf GitLab einsehbar. Weitere allgemeine Informationen unter: www.aisec.fraunhofer.de/reclaim

Alternativen

Bereits auf dem Markt etablierte Log-in-Alternativen sind netID und Verimi. Der offene Log-in-Standard netID wurde von der European netID Foundation entwickelt – und gegründet von der Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 und United Internet. Hinter Verimi stehen deutsche und internationale Unternehmen, unter anderem die Deutsche Telekom, Samsung, Daimler, Lufthansa sowie die Bundesdruckerei.

Quelle: Fraunhofer AISEC
 


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