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Der digitale Behördengang

Für das Ziel einer digitalen Behörde kooperiert die Stadt Gelsenkirchen unter anderem mit einem Startup, das eine entsprechende App entwickeln möchte. Laut NRW-Wirtschaftsministerium hat das Projekt Modellcharakter für ganz Deutschland.

Was in anderen Ländern längst Normalität ist, scheitert in Deutschland heute noch oft an Angst vor Missbrauch, datenschutzrechtlichen Bedenken oder mangelnder Software: der digitale Behördengang. Die Stadt Gelsenkirchen möchte den technologischen Fortschritt nun endgültig auch in der öffentlichen Verwaltung ankommen lassen. Gemeinsam mit dem Startup Xignsys arbeitet man im Ruhrgebiet an einer App, die den Behördengang per Smartphone ermöglichen soll. In der Applikation sollen eine personalisierte Bürger-ID und Stammdaten wie Geburtsdatum und Anschrift hinterlegt werden, um den Nutzer eindeutig identifizieren zu können. In der Praxis soll der Bürger dann auf der Webseite seines Bürgeramtes einen zur gewünschten Dienstleistung gehörigen QR-Code scannen, die angegebenen Daten überprüfen und sich schließlich mithilfe von Face-ID oder Fingerprint ausweisen.

Die Deutschen müssen erst noch überzeugt werden

Das Projekt soll bei entsprechendem Erfolg auf ganz Nordrhein-Westfalen ausgeweitet werden. Die Entscheidung darüber, welche Dienste online angeboten werden, trifft zwar jede Kommune eigenständig. Im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium ist man jedoch überzeugt von dem Projekt, das Modellcharakter für ganz Deutschland habe. Eine entscheidende Rolle für den Erfolg der App wird dabei sicherlich sein, inwieweit man das Vertrauen der Bürger gewinnen kann. Die Deutschen haben immer wieder gezeigt, wie ungern sie ihre Daten mit dem Staat teilen. So wird beispielsweise der 2010 eingeführte elektronische Personalausweis bis heute von nur rund 2,5 Millionen Menschen genutzt. Xignsys-Chef Markus Hertlein betont indes die (Daten-) Sicherheit der App: Die Bürger-ID ist fälschungssicher, da wir mit kryptografischen Schlüsseln arbeiten. Alle Daten bleiben zudem in den kommunalen Rechenzentren, wo sie jetzt auch schon liegen.

Quelle: businessinsider.de


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