Mitglieder-Bereich | Newsletter

Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

Digitales Gesundheitssystem: Spahn macht Druck

Um die Digitalisierung des Gesundheitswesens zu beschleunigen, möchte Jens Spahn die Kontrolle über die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (Gematik) übernehmen. Während der Bundesrechnungshof mit dem Minister übereinstimmt, hagelt es Kritik von den Krankenkassen.

Jens Spahn (CDU) hat sich die Digitalisierung des bundesdeutschen Gesundheitssystems auf die Fahne geschrieben. Dazu wurde bereits das Ministerium für Gesundheit umstrukturiert und mit einer neuen Abteilung für Digitalisierung ausgestattet. „Es muss cool werden, dabei zu sein, für Ärzte und für Patienten“, sagte der Münsterländer nach seiner Berufung im Frühjahr 2018. Weil es Spahn offenbar nicht schnell genug geht mit dem digitalen Fortschritt, möchte er nun die Kontrolle über die Gematik-Gesellschaft übernehmen. Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH – kurz Gematik – wurde 2005 gegründet, um die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte zu steuern und am dafür benötigten Ausbau der digitalen Infrastruktur mitzuwirken.

Kassen und Ärzte kommen zu langsam voran

Die Gematik wird bisher zu jeweils 50 Prozent vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV) und den Verbänden der Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheker kontrolliert. In Zukunft soll nach Wünschen des Gesundheitsministers der Bund – und damit Spahns Ministerium – 51 Prozent an der Gesellschaft halten. Für Beschlüsse der Gematik sollen zudem künftig einfache Mehrheiten reichen. Zu sehr hätten sich die Gesellschafter in den vergangenen Jahren gegenseitig blockiert und somit das Projekt eines digitalen Gesundheitssystems gefährdet. Zu diesem Schluss kommt nicht nur Spahn, sondern auch der Bundesrechnungshof, der das Gesundheitsministerium aufforderte, den Prozess „enger und umfassender als bisher zu begleiten“.

Kassen kritisieren Politik und Industrie

Für Kassen und Ärzte würde die Gesetzesänderung das Ende der Selbstverwaltung bedeuten. Entsprechend wenig positiv kommen die neuen Pläne dort an. Uwe Klemens, Vorsitzender des Verbands der Ersatzkassen, reagiert zynisch: „Wer glaubt, dass die neue Mehrheit der Politik bei der Gematik hinsichtlich der Digitalisierung des Gesundheitswesens irgendetwas beschleunigen wird, der glaubt auch, dass ab der kommenden Woche vom Flughafen Berlin Brandenburg Flugzeuge abheben werden.“ Während der gewählte Vorsitzende des Verbandes die Politik kritisiert, sieht die hauptamtliche Vorstandvorsitzende Ulrike Elsner die Schuld für den schleppenden Fortschritt auch bei den Unternehmen aus der Industrie: Diese würden die erforderlichen Geräte und Softwareupdates nicht termingerecht liefern.

Quelle: handelsblatt.com


Schreiben Sie uns!
Vielen Dank für das Weiterempfehlen!

Weitere Artikel zum Thema "Politik"

Archiv Durchsuchen


informativ

AGEV-Mitgliederversammlung

Die AGEV-Mitgliederversammlung 2019 am 10.5.ist gelaufen. Den Bericht dazu finden Sie im aktuellen AGEV magazin.

 


Nächste VeranstaltungenMomentan sind keine Veranstaltungen geplant.

Berichte vergangener Veranstaltungen

AGEV-Politik

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat heute in der Rheinischen Post angekündigt, dass er gegen Ende dieses Jahres einen „Gesetzesentwurf zur Einbeziehung der Selbstständigen in das System der Alterssicherung“ vorlegen werde und dabei Andeutungen zu seinen Plänen gemacht.


Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht, antwortet regelmäßig auf Fragestellungen rund um das Thema DSGVO und berichtet über aktuelle Entwicklungen.

Aktuell:

weitere Informationen:  Alle Neuigkeiten zur DSGVO


Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

Wird durch die Nutzung von Bitcoins auf der anderen Seite auch soviel CO2 wieder eingespart? Eine spannende Frage, die zumindest zz. noch mit einem klaren Nein beantwortet werden muss.

Quelle: Fachzeitschrift "Joule"


Altersvorsorgepflicht

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


Längst berichtet

Die AGEV hat schon vor Jahren auf die nächste globale Umweltkatastrophe aufmerksam gemacht. Die Redaktion "Mittelstandsperspektiven" berichtet am 20.2. über die deutsche Facette der Entwicklung.

Sand entwickelt sich zur Mangelware

Obwohl Deutschland von Natur aus viel Sand hat, entwickelt sich der Rohstoff langsam zur Mangelware. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnte bereits, dass es bei bestimmten Sandsorten schon jetzt Lieferengpässe gibt. Hintergrund des Sandmangels ist, dass kaum neue Abbaugruben entstehen dürfen, da die Sandvorkommen zumeist in Naturschutzgebieten liegen oder sich Anwohner gegen solche Projekte wehren. Laut des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verbraucht jeder Deutsche rein rechnerisch ein Kilo Gestein pro Stunde.


DienstAGEV

Newsletter "DienstAGEV"

Für alle, die die AGEV-Themen näher kennenlernen und überhaupt immer auf dem Laufenden sein wollen:

Jeden zweiten Dienstag erscheint der AGEV-Newsletter, den Sie hier bestellen können.

Zum Archiv der Editorials des Newsletters