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Deutsche sehen Bildungsföderalismus kritisch

Bund und Länder sind sich bei der Umsetzung des Digitalpakts Schule bisher nicht einig geworden. Eine neue Umfrage zeigt: Das Thema ist den meisten Deutschen sehr wichtig – der Bildungsföderalismus unterdessen wenig beliebt.

Der „Digitalpakt Schule“ wurde vorerst ausgebremst. Die Länder sehen ihre Kompetenzgebiete verletzt und werfen dem Bund vor, zu viel Einfluss nehmen zu wollen. Doch offenbar will die Mehrheit der Menschen in Deutschland genau diesen Einfluss. Wie eine Umfrage der YouGov Deutschland GmbH unter 2049 Personen ergab, wünschen sich fast 70 Prozent eine stärkere Mitbestimmung des Bundes in Bildungsfragen. 57 Prozent sind sogar generell gegen das föderale Bildungssystem. Achim Berg, Präsident des Digitalverbandes Bitkom, sieht die Zuständigkeit der Länder zumindest aktuell als Hemmnis für die nötige digitale Entwicklung: „Die festgefahrene Debatte um den Digitalpakt Schule zeigt, wie der Bildungsföderalismus wichtige Weichenstellungen für das digitale Zeitalter verhindert“, so Berg. Sein Verband machte schon vor einem Jahr darauf aufmerksam, dass die Umsetzung der Digitalisierungsziele nun endlich beginnen müsse und dazu unter anderem deutlich mehr Lehrkräfte gebraucht würden. Auch hier pflichten die Befragten dem IT-Verband bei: 81 Prozent bezeichnen eine angemessene Ausstattung für digitales Lernen als aus ihrer Sicht wichtig. Damit sehen die meisten Menschen zwar den Bildungsföderalismus kritisch. Noch mehr Bürgern brennt allerdings ein digitalisierungsfreundliches Schulumfeld unter den Nägeln. Wenn der Digitalpakt Schule die deutschen Schulen diesem Ziel näherbringt, nimmt vielleicht auch die Skepsis gegenüber 16 verschiedenen Bildungssystemen ab.

Quelle: Heise Online


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