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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
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Weiterbildungen: Staat zahlt immer weniger

Der Staat beteiligt sich immer weniger an der Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Duisburg-Essen im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Gleichzeitig betonen verantwortliche Politiker die Notwendigkeit von stetiger Anpassung an den sich wandelnden Arbeitsmarkt.

„Die Arbeit wird uns auch in Zukunft nicht ausgehen. Es wird aber eine andere sein“, sagt Hubertus Heil (SPD). Der Bundesminister für Arbeit und Soziales betont häufig die Herausforderung des Arbeitsmarktes von morgen. An der Bewältigung dieser Aufgabe aktiv mitwirken möchte die Bundesregierung aber offenbar immer weniger. Die Ergebnisse einer jüngst veröffentlichten Studie der Universität Duisburg-Essen zeigt: Die öffentliche Hand beteiligt sich immer weniger an der Finanzierung von Weiterbildungskosten. Konkret untersucht haben die Wissenschaftler die staatlichen Ausgaben zwischen den Jahren 1995 und 2015. Innerhalb dieser 20 Jahre sind die entsprechenden Ausgaben des Staates um rund 43 Prozent auf nun 6,3 Milliarden Euro gesunken. Der Rest der 27 Milliarden Euro für Weiterbildungen wurde von Unternehmen und Beschäftigten gestemmt, die somit drei Viertel der Ausgaben trugen. Auch die Steigerung um rund 1,4 Milliarden Euro seit 2012 ändert an diesem Missverhältnis nichts. Zudem sollen die Mehrausgaben der Studie zufolge vor allem Beziehern von Arbeitslosengeld I zugutegekommen sein, nicht aber Geringqualifizierten oder Sozialhilfeempfängern.

Geringe Investitionen sind ernste Zukunftsbedrohung

Zwar liegen dem geringen Engagement des Staates nachvollziehbare Aspekte wie etwa die sinkenden Arbeitslosenzahlen zugrunde. Angesichts der zukünftigen Herausforderungen fordern jedoch sowohl die Bertelsmann-Stiftung als auch Gewerkschaften ein Umdenken. „Weiterbildung war zu lange das Stiefkind der öffentlichen Bildungsfinanzierung und erreicht noch immer nicht diejenigen, die besonders auf Unterstützung angewiesen sind“, sagt etwa Jörg Dräger aus dem Vorstand der Stiftung mit Blick auf die Digitalisierung. „Politik und Arbeitgeber müssen Geld zur Verfügung stellen – für Investitionen in neue Technologien und Zukunftsarbeitsplätze, für notwendige Infrastruktur und Regional- und Strukturpolitik. Und nicht zuletzt für Qualifizierung, um den Beschäftigten eine Brücke in die neue Arbeitswelt zu bauen“, pflichtet IG-Metall-Chef Jörg Hofmann bei. Zu einem ähnlichen Fazit kommen die Autoren der Studie. Sie sehen in dem geringen Einsatz für Weiterbildungen eine „ernste Zukunftsbedrohung" und verweisen besonders auf die Gruppe derer, „die nicht oder nur in geringem Maße in der Lage sind, Weiterbildungskosten aus eigener Kraft zu tragen".

Quelle: handelsblatt.com


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