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Übermächtiges Amazon

Das Handelsforschungsinstitut IFH hat eine Studie zum Einfluss des Onlineriesen Amazon herausgegeben. Wenig überraschend wird dem US-Konzern darin große Bedeutung zugeschrieben – sowohl in Hinblick auf den einzelnen Konsumenten als auch den Gesamthandel.

„Gatekeeper Amazon – Vom Suchen und Finden des eigenen Erfolgswegs“ – so heißt die Studie des Handelsforschungsinstituts IFH, über die zuerst das Handelsblatt berichtet hat. Die Untersuchung zeigt, wie groß der Einfluss von Amazon auf den Handel ist. So seien rund 31 Prozent der Umsätze im gesamten Nonfood-Bereich in Deutschland von dem amerikanischen Unternehmen anhängig. Sieben Prozent davon setzt Amazon selbst um, die übrigen 24 Prozent entfallen auf Umsätze, die zum Beispiel durch Recherchen auf den Seiten des Online-Marktplatzes beeinflusst werden. Diese Informationsgewinnung via Amazon und den dort hinterlegten Kundenrezensionen ist der Hauptgrund für den immer größer werdenden Einfluss. So nutzen Kunden laut der IFH-Studie vor 60 Prozent der Onlinekäufe und 27 Prozent der stationären Käufe Amazon als Entscheidungshilfe. Dabei gibt die Plattform nicht nur durch Bewertungen Orientierung, sondern liefert ebenfalls beliebte Richtwerte beim Preis.

Der Handel ist abhängig von Amazon

Vernachlässigt man den stationären Handel und blickt nur auf die Zahlen des Onlinehandels, wird die Übermacht von Amazon noch deutlicher: 94 Prozent aller deutschen Onlinekäufer kaufen bei Amazon ein, über 17 Millionen Bundesbürger sind Amazon-Prime-Kunden. „Für immer mehr Menschen ist Amazon erste Anlaufstelle beim Einkaufen“, sagt Eva Stüber, E-Commerce-Expertin und Mitglied der IFH-Geschäftsführung. In den USA sucht bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung Produkte nicht mehr über Google oder sonstige Suchmaschinen, sondern beim von Jeff Bezos gegründeten Konzern – der so mehr und mehr zum Gatekeeper wird, mit dem vor allem kleinere Händler unbedingt zusammenarbeiten müssen, um nicht irrelevant zu werden. Amazon scheint sich dagegen überhaupt keine Sorgen um seine Stellung bei den Kunden machen zu müssen. Laut IFH-Studie sind Nutzer sogar bereit, monatlich sieben bis elf Euro zu zahlen, um bei dem Onlineversandhändler bestellen zu dürfen. Die IFH bietet auf ihrer Internetpräsenz eine Zusammenfassung und einen kostenpflichtigen Download der Studie an.


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