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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

Geschlecht in Stellenanzeigen

Mann, Frau oder drittes Geschlecht? Bei Stellenanzeigen und in der Unternehmenskommunikation müssen Arbeitgeber ab Januar genauer hinsehen.

Im Jahr 2017 urteilten die Richter am Bundesverfassungsgericht, dass die existierende Kategorisierung des Geschlechts in männlich und weiblich gegen das Persönlichkeitsrecht verstößt. Die bestehende Regelung sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Das von der Regierung angepasste Personenstandsgesetz tritt am 1. Januar 2019 in Kraft.

Personalern empfiehlt Thorsten Walther, Arbeitsrechtsexperte bei Ecovis, Stellenausschreibungen mit dem Kürzel (m/w/d) zu versehen. Das kleine „d“ steht für divers. Für das dritte Geschlecht ließe sich auch ein kleines „i“ nutzen, dass intersexuell bedeutet. „aber es zeichnet sich jetzt schon ab, dass sich das kleine d durchsetzen wird“, erklärt Walther. Sollte die Stellenausschreibung gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen, drohen dem Arbeitgeber Kosten von bis zu drei Monatsgehältern als Strafe.

Auch in der internen Kommunikation sollten Unternehmen Vorsicht walten lassen: Gibt es intersexuelle Mitarbeiter im Betrieb, „sollten Arbeitgeber sie fragen, wie sie genau angesprochen werden wollen und das dann berücksichtigen“. Der Arbeitsrechtsexperte vermutet, dass sich in der persönlichen Ansprache „Guten Tag XY“ durchsetzt – also ohne die Anrede „Herr“ oder „Frau“. Eine falsche Anrede kann in diesem Fall zu einer Entschädigungspflicht führen.

Ein weiterer heikler Bereich sind die Toiletten. „Arbeitgeber müssen allen Mitarbeitern geschlechtergetrennte Wasch- und Toilettenräume zur Verfügung stellen“, so Walther. Statt sich für einen Waschraum entscheiden zu müssen, können Arbeitgeber „offene“ – geschlechtsneutrale – Toiletten anbieten. Dies würde dem Diskriminierungsrecht schon genügen.

Quelle: Ecovis


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