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Härtere Strafen gegen Hacker gefordert

Ein 20-jähriger Schüler aus Hessen soll persönliche Daten von rund 1.000 Prominenten und Politikern veröffentlicht haben. Als Folge fordern die Telekom und Vertreter von Parteien härtere Strafen für Hacker. Die Bundesjustizministerin bringt eine Musterfeststellungsklage gegen soziale Netzwerke ins Spiel.

Es sind zum Teil ausgesprochen sensible Informationen, die etliche Politiker und andere Personen des öffentlichen Lebens über sich im Internet finden mussten. Nun mehren sich die Stimmen nach härteren rechtlichen Konsequenzen für digitalen Diebstahl. Thomas Tschersich, seit 2014 Leiter der Cybersicherheit bei der Deutschen Telekom, weist nun darauf hin, dass es nicht nur Angriffe auf Politiker gibt, sondern Millionen von Attacken tagtäglich. So dokumentiert allein die Telekom nach Informationen der Bild am Sonntag rund zwölf Millionen Cyber-Angriffe jeden Tag. Der Zeitung gegenüber kritisiert Tschersich einerseits die Gesetzeslage, andererseits mangelndes digitales Verständnis der Gerichte. „Viele Gerichte behandeln den digitalen Einbruch immer noch wie ein Kavaliersdelikt“, so der Sicherheitsexperte. Da viele Menschen heutzutage aber auf ihrem Computer wertvollere Daten als Gegenstände in ihrer Wohnung hätten, sollte der digitale Einbruch seiner Einschätzung nach „genauso hart bestraft werden wie der tatsächliche Wohnungseinbruch“. Um den Gerichten entsprechende Urteilsfähigkeit an die Hand zu geben, fordert Tschersich Weiterbildungen für Richter im IT-Bereich.

Politiker fordern Konsequenzen

Die betroffenen Politiker warten mit ähnlichen Forderungen auf, liefern aber teils andere Begründungen. Während Konstantin von Notz (Grüne) die jüngsten Veröffentlichungen als Angriff auf die Demokratie betrachtet und deshalb eine Reaktion „besonderer Strenge“ fordert, betont Ralph Brinkhaus (CDU) den massiven Eingriff in die Privatsphäre. Bundesjustizministerin Katharina Barley (SPD) bringt derweil eine Musterfeststellungsklage gegen Twitter und Facebook ins Spiel. Das neue Instrument würde sich eignen, herauszufinden, ob ein Internetunternehmen jedes Mittel ausgeschöpft hat, die entstandenen Schäden für die Betroffenen zu verhindern. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte sie: „Sollten im Zusammenhang mit dem Datenleak Haftungsansprüche gegen Unternehmen bestehen, könnten betroffene Verbraucher sie gemeinsam im Rahmen einer Musterfeststellungsklage geltend machen“.

Quelle: golem.de


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