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4.300 „Zombieunternehmen“ bis Jahresende

Die Bundesregierung verlängert die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis Jahresende. Nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) steigt damit die Gefahr von „Zombieunternehmen“.

Im Corona-Lockdown hat die Bundesregierung schnell reagiert: Schon im März wurde beschlossen, dass Unternehmen, die aufgrund der Pandemie in finanzielle Schieflage geraten, zunächst keinen Insolvenzantrag stellen müssen. So sollte verhindert werden, dass viele überlebensfähige Firmen Pleite gehen und stattdessen die Zeit im Lockdown überstehen. Die Antragspflicht auszusetzen hat offenbar gewirkt: Im Mai meldeten sogar fast zehn Prozent weniger Unternehmen Insolvenz an als im Vorjahr. Mit der Verlängerung dieser Regelung bis Jahresende könnte die Insolvenzzahl aufs Gesamtjahr gerechnet um etwa acht Prozent sinken, auf circa 17.250 Pleiten. Das wäre ein neuer Tiefststand seit der Jahrtausendwende.

Dabei gilt laut dem IW aber nicht unbedingt das Credo „weniger ist besser“. Tatsächlich erfülle das geregelte Ausscheiden von Unternehmen, die im Wettbewerb nicht mehr mithalten können, eine wichtige Funktion: Es signalisiert Banken und Geschäftspartnern, dass sie dem betreffenden Unternehmen kein Geld mehr leihen und keine Verträge mit ihm abschließen sollten, und macht Platz für andere Firmen. Mit dem Aussetzen der Insolvenzpflicht bei Überschuldung steige die Gefahr von „Zombieunternehmen“, die zu Lasten von Wettbewerbern wirtschaften, obwohl sie Verlust machen und nicht überlebensfähig sind.

Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft


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02.12.2020 - Online -


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