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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

DienstAGEV - 02. Kalenderwoche 2019

"Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“ Peter Ustinov

Liebe Leserin,
lieber Leser,

der stellvertretende Leiter eines westfälischen Finanzamtes erzählte mir im letzten Frühjahr, dass er im Kollegenkreis eine Flasche Sekt darauf gesetzt habe, dass „Digitalisierung“ das „Wort des Jahres“ werden würde. Ich kommentierte das nicht, dachte nur bei mir: „Die kannst du abschreiben“. Immerhin befanden wir uns im Jahr 2018, nicht in 2013. Hoffentlich ist seine Ehrfurcht vor dem Wort „Digitalisierung“ nicht repräsentativ für die öffentliche Verwaltung…

Stattdessen beherrschen die Themen „Künstliche Intelligenz“ und „Blockchain in der Praxis“ die IT-Welt. Seit den Facebook-Skandalen und spätestens seit dem Amateur-Datendiebstahl der letzten Tage bei deutschen Prominenten sind Datenschutz und -sicherheit zudem zu zentralen Komponenten geworden, während man in China offenbar kein Problem damit hat, mit gentechnischen Veränderungen an Menschenbabys zu provozieren und alle Einwohner nach Sozialpunkten zu kategorisierenDie "Wirtschaftswoche" stellte jüngst sogar die provokante These auf, ob denn Staatskapitalismus nicht doch die bessere Gesellschaftsform sei, wenn er Fortschritte in solchem Tempo erziele.

Es sieht so aus, als habe das exponentielle Wachstum, das unsere Welt bisher in biologischen und ökonomischen Zusammenhängen kennt, auch die IT erfasst. Das Moore’sche Gesetz über die Verdopplung des Wissens alle zwei Jahre scheint nicht einmal mehr auszureichen, um die Veränderungsprozesse nur halbwegs abzubilden. Amazon liefert am Tag der Bestellung (demnächst sicher auch schon v o r der Bestellung), unser Geduldsfaden reicht noch für zwei Sekunden, wenn eine Webseite nicht aufpoppen will. „Fidget-Spinner“ waren der Hype des Jahres 2017, wie die ZEIT jüngst schrieb, und liegen heute zu Millionen im Plastikmüll – ein Geschäft nur für wenige Wochen, für wenige schnelle Produzenten und Händler, aber sinnlos für Konsumenten und schädlich für die Umwelt.

300.000.000.000 E-Mails verseuchen die zwischenmenschliche Kommunikation – täglich! Arbeitnehmer, insbesondere Manager werden aber bei zunehmendem Mailverkehr immer unproduktiver. Beschleunigung wird also gleichzeitig zur Bremse, gelten physikalische Gesetze nicht mehr?

Trotzdem kann man sich der Schnelligkeit und Verdichtung kaum noch entziehen, ohne geschäftliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Vielleicht ist die Kunst, intelligente Schneisen in die Informationsflut schlagen und sich Frei- und Rückzugsräume schaffen zu können, ein Ausweg. Yuval Harari z. B., dessen großartige Bücher zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Menschheit zu Recht die Bestsellerlisten anführen, meditiert zwei Stunden täglich und holt sich dadurch die Kraft zu seinem Turboleben.

Zumindest vorläufig – denn nichts ist mehr für ewig - scheint sich das Fazit abzuzeichnen, dass sich die Kunst, zwischen wichtig und vernachlässigbar unterscheiden zu können, zu einem Erfolgsfaktor entwickelt. "Vernachlässigbar" trifft auf jeden Fall auf viele „Soziale Medien“ zu. Lange aus Bequemlichkeit zögernd, habe ich im Herbst mein Facebook-Konto gelöscht. Ich war zwar nur Minimalnutzer, trotzdem ist der Freiheitseffekt verblüffend. Ich spare nicht nur Zeit, sondern entferne mich von ärgerlichem Ballast, banalen Themen und kruden Gedanken.

Ein bisschen wie "Hans im Glück" und eine gute Voraussetzung, um dem angebrochenen Jahr mit noch mehr Optimismus entgegentreten zu können, findet

Ihr

Franz J. Grömping
 

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informativ

Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht, antwortet regelmäßig auf Fragestellungen rund um das Thema DSGVO und berichtet über aktuelle Entwicklungen.

Aktuell:

  • Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) will Apps prüfen, die das Software-Development Kit (SDK) von Facebook nutzen.
  • Recht auf Vergessenwerden: Aus Art. 17 Abs. 1 DSGVO folgt Anspruch auf Unterlassung der Verarbeitung personenbezogener Daten für die Zukunft.
  • Leitlinien zur Datenübertragung im Rahmen von Asset Deals veröffentlicht.

weitere Informationen:  Alle Neuigkeiten zur DSGVO


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Berichte vergangener Veranstaltungen

Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

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Altersvorsorgepflicht

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


Längst berichtet

Die AGEV hat schon vor Jahren auf die nächste globale Umweltkatastrophe aufmerksam gemacht. Die Redaktion "Mittelstandsperspektiven" berichtet am 20.2. über die deutsche Facette der Entwicklung.

Sand entwickelt sich zur Mangelware

Obwohl Deutschland von Natur aus viel Sand hat, entwickelt sich der Rohstoff langsam zur Mangelware. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnte bereits, dass es bei bestimmten Sandsorten schon jetzt Lieferengpässe gibt. Hintergrund des Sandmangels ist, dass kaum neue Abbaugruben entstehen dürfen, da die Sandvorkommen zumeist in Naturschutzgebieten liegen oder sich Anwohner gegen solche Projekte wehren. Laut des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verbraucht jeder Deutsche rein rechnerisch ein Kilo Gestein pro Stunde.


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