Mitglieder-Bereich | Newsletter

Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

DienstAGEV - 06. Kalenderwoche 2019

Liebe Leserin,
lieber Leser,

„the winner takes it all“, schon einige Male habe ich in unserem Newsletter diesen Leitspruch der digitalen Ära zitiert. Er kennzeichnet auch die jüngste Top-Ten-Liste der in Deutschland tätigen Versandhändler, auf die ich in unregelmäßigen Abständen eingehe. Amazon hat 2017 geschafft, was ich einige Jahre vorher prognostiziert hatte: Es generierte mehr Umsatz als alle anderen neun Unternehmen der Liste zusammen!

Der zweite Riese neben Amazon (14,4 Mrd. € Umsatz) ist seit Jahr und Tag Otto (7,9 Mrd.), den Bronzerang belegt Zalando mit 1,3 Mrd. €. Auf den weiteren Plätzen finden sich einige Unternehmen, die ich dort nicht unbedingt erwartet hätte. Mit Umsätzen um die 750 Mio. € folgen Printus, QVC, notebooksbilliger.de und Media/Saturn. Die hinteren Plätze mit Umsätzen unter 600 Mio. € belegen Lidl, Bonprix und Cyberport.

Den meisten ist gemeinsam, dass die Onlineumsätze weiter ungebremst steigen. Papierkataloge sind abgeschafft, auch Otto hat seinen Wälzer mit Kultstatus eingestellt. Der Anteil am gesamten Handel dürfte aktuell bei 13 % liegen. Diese Größenordnung reicht aber aus, um viele Unternehmen im stationären Handeln aufgeben zu lassen.

Die Problematik hat die unterschiedlichsten Facetten, es gibt auch andere, z. B. demographische Ursachen für das Sterben des Fachhandels, Lösungswege sind nicht trivial. Die so oft gehörten Appelle an die Konsumenten, doch dem örtlichen Handel den Vorzug zu geben, dürften kaum etwas bewegen. Zu groß sind die Vorteile der schier unbegrenzten Vergleichsmöglichkeiten, der niedrigeren Preise, der Sachkunde und Empfehlungen anderer Nutzer, der 24/7-Öffnungszeiten, der bequemen Lieferung und der großzügigen Umtauschkonditionen. Dass besser bezahlte Arbeitsplätze verloren gehen, Umweltschutzaspekte nachrangig sind und Innenstädte unattraktiv werden, bleibt dabei auf der Strecke.

Ich bin auch skeptisch bezüglich der oft geäußerten Hoffnung der kommunalen Marketingprojektleiter, man müsse das Einkaufen zu einem Erlebnis werden lassen und ein Wohlfühlambiente schaffen, um die Konsument*innen in die Fußgängerzonen zurückzuholen. Das erschöpft sich dann jedoch oft in der Ansiedlung asiatischer „Fressbuden“ oder der Schaffung von Kinder- oder Väterbelustigungszonen. Was liegt näher für Käufer*innen, die an dieser Art Amüsement interessiert sind, sich das Objekt der Begierde chic präsentieren zu lassen und parallel mit einer Vergleichsapp zu scannen, wo es am günstigsten zu bestellen ist? Während man / frau dann zum Abschluss der Shoppingtour den vermeintlich wohlverdienten Latte macciato schlürft, geht die Bestellung per Smartphone raus. Sobald man wieder zu Hause ist, hat einer der o. g. Top Ten bestimmt schon geliefert...

Also so geht’s nicht. Aber wie? Ich bin sehr gespannt, welche Ideen Sie haben. Kann man Onlinehandel durch Digitalsteuern und Retourengebühren unattraktiver machen? Oder müssen wir umdenken und unsere Innenstädte neu konfigurieren? In meiner Stadt schließt gerade in der Hauptverkehrsstraße ein Blumenladen und Studenten sollen einziehen. Es gibt doch Schlimmeres, oder, fragt sich

Ihr

Franz J. Grömping

Archiv Durchsuchen


informativ

AGEV-Mitgliederversammlung

Die AGEV-Mitgliederversammlung 2019 am 10.5.ist gelaufen. Den Bericht dazu finden Sie im aktuellen AGEV magazin.

 


Nächste VeranstaltungenMomentan sind keine Veranstaltungen geplant.

Berichte vergangener Veranstaltungen

13. November 2019


AGEV-Politik

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat heute in der Rheinischen Post angekündigt, dass er gegen Ende dieses Jahres einen „Gesetzesentwurf zur Einbeziehung der Selbstständigen in das System der Alterssicherung“ vorlegen werde und dabei Andeutungen zu seinen Plänen gemacht.


Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht, antwortet regelmäßig auf Fragestellungen rund um das Thema DSGVO und berichtet über aktuelle Entwicklungen.

Aktuell:

weitere Informationen:  Alle Neuigkeiten zur DSGVO


Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

Wird durch die Nutzung von Bitcoins auf der anderen Seite auch soviel CO2 wieder eingespart? Eine spannende Frage, die zumindest zz. noch mit einem klaren Nein beantwortet werden muss.

Quelle: Fachzeitschrift "Joule"


Altersvorsorgepflicht

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


Längst berichtet

Die AGEV hat schon vor Jahren auf die nächste globale Umweltkatastrophe aufmerksam gemacht. Die Redaktion "Mittelstandsperspektiven" berichtet am 20.2. über die deutsche Facette der Entwicklung.

Sand entwickelt sich zur Mangelware

Obwohl Deutschland von Natur aus viel Sand hat, entwickelt sich der Rohstoff langsam zur Mangelware. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnte bereits, dass es bei bestimmten Sandsorten schon jetzt Lieferengpässe gibt. Hintergrund des Sandmangels ist, dass kaum neue Abbaugruben entstehen dürfen, da die Sandvorkommen zumeist in Naturschutzgebieten liegen oder sich Anwohner gegen solche Projekte wehren. Laut des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verbraucht jeder Deutsche rein rechnerisch ein Kilo Gestein pro Stunde.


DienstAGEV

Newsletter "DienstAGEV"

Für alle, die die AGEV-Themen näher kennenlernen und überhaupt immer auf dem Laufenden sein wollen:

Jeden zweiten Dienstag erscheint der AGEV-Newsletter, den Sie hier bestellen können.

Zum Archiv der Editorials des Newsletters