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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

DienstAGEV - 10. Kalenderwoche 2020

Liebe Leserin,
lieber Leser,

das Corona-Virus hat dem Dreikampf der Bewerber um den CDU-Vorsitz nicht zu Unrecht die Show gestohlen, wenn man sieht, welche Auswirkungen es neben den Krankheitsfällen auf unsere empfindliche und für exogene Angriffe anfällige Weltwirtschaft hat. Dabei ging eine kleine Meldung am Wochenende unter, in der Friedrich Merz sich für eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit und späteren Renteneintritt aussprach.

Am Tag vorher hatte ich gelesen, dass der deutsche Durchschnittswähler 54,8 Jahre alt sei und insofern jeder Angriff auf das Renteneintrittsalter ein politisches Eigentor sein müsse. Vielleicht stimmt das aber gar nicht, weil Rentenreformen bisher immer solch lange Übergangsfristen hatten, dass die älteren Wähler gar nicht mehr darunter leiden mussten. Also, wenn nicht jetzt, wann dann, ist man geneigt zu fragen und wünscht Merz viel Stehvermögen für seinen Plan.

Denn die nackten Zahlen über den Zustand unserer Sozialversicherungssysteme sind grausam: Fast genau 1.000 Mrd. € gibt Deutschland jährlich für Sozialleistungen aus, etwa 30 % der gesamten Wirtschaftsleistung. Der OECD-Schnitt dafür liegt bei 20 %. Das Geld für diese Ausgaben wird von Unternehmen und Arbeitnehmern aufgebracht und hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Faktor Arbeit in Deutschland erheblich teurer geworden ist und sämtliche Fortschritte in der Produktivität auffrisst.

Genauso erschreckend ist, dass 100 Mio. € jedes Jahr vom Bundeshaushalt als Zuschuss in die Rentenversicherung fließen – und das bereits jetzt, bevor die Demographie kippt und die starken Jahrgänge verrentet werden. So schnell werden die Haushälter gar nicht rechnen können, wie dann die Einnahmen der Rentenversicherung gegenüber den weiter steigenden Ausgaben wegrutschen.

Spätestens bei der dritten Rechengröße, die in diesen Komplex hineinspielt, wird mir endgültig schwindlig: Die gesamten Staatschulden Deutschlands inklusive z. B. der Rückstellungen für Beamtenpensionen, die sonst kaum jemand auf dem Schirm hat, belaufen sich auf unfassbare 7.600 Mrd. €.

Trotzdem hat man den Eindruck, dass die staatlichen Leistungsversprechen nach Mütterrente, Rente mit 63 und Grundrente weiter ausgebaut werden sollen, während Bildung, analoge und digitale Infrastruktur darniederliegen und unsere Wirtschaft technologisch abgekoppelt wird. Quo vadis, Germania, fragt sich

Ihr

Franz J. Grömping

PS. Am 18. März, 19 Uhr, findet der nächste Unternehmertreff der AGEV in Bonn statt. Thema: "Schützen Sie Ihre Kreativleistungen". Alles Weitere finden Sie hier. Einige Plätze sind noch frei!

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informativ

Coronavirus FAQ

Christian Solmecke, bundesweit bekannter Rechtsanwalt und Partner der Kölner Kanzlei WBS und Kooperationspartner der AGEV, beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Themen „Veranstaltungen“, „Was darf der Staat“, „Arbeitsrecht“, „Reisen“ und „Events“.


Nächste VeranstaltungenMomentan sind keine Veranstaltungen geplant.

Berichte vergangener Veranstaltungen

Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

Wird durch die Nutzung von Bitcoins auf der anderen Seite auch soviel CO2 wieder eingespart? Eine spannende Frage, die zumindest zz. noch mit einem klaren Nein beantwortet werden muss.

Quelle: Fachzeitschrift "Joule"


Altersvorsorgepflicht

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


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