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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

DienstAGEV - 26. Kalenderwoche 2019

Liebe Leserin,
lieber Leser,

bereits 2006 hat die AGEV mithilfe eines kleinen Projekts gezeigt, dass man mit Servervirtualisierung im Rechenzentrum Unmengen Strom einsparen kann. Dabei haben wir auch den Begriff „Greentech“ geprägt, der sich dann u. a. zu „Green-IT“ weiterentwickelt hat.

Seither ist die Entwicklung der Informationstechnologie allerdings so explodiert, dass valide Aussagen über ihre Nachhaltigkeit häufig an ihrer Komplexität scheitern. Google beispielsweise hält sich zugute, dass es große Erfolge in der Effizienz seiner Rechenzentren hat. Aber durch die gigantische Zunahme der Nachfrage werden diese Fortschritte überkompensiert. Der sogenannte „Rebound-Effekt“ ist eines der Hauptprobleme von Nachhaltigkeitsbemühungen in Wachstumsbranchen.

Nehmen wir an dieser Stelle, anlässlich seines zehnjährigen Bestehens, nur mal den Bitcoin heraus: Neue Bitcoins müssen auf Hochleistungsrechnern durch immer aufwendigere Rechentransaktionen „geschürft“ werden. Bereits jetzt werden Rechner benötigt, die weit über den Standard hinausgehen und 25 Mal so viel Strom benötigen wie ein Standard-PC. Ihre Lärmemissionen liegen mit 85 Dezibel oberhalb der Gefährdungsschwelle.

Schon heute reicht allein die Produktion von Bitcoins aus, dass die Weltklimaziele nicht erreicht werden können. Insbesondere werden die meisten Kryptogelder in der Mongolei und in China produziert, wo der Strom besonders schmutzig und besonders billig ist, das Wort „preiswert“ ist wohl nicht angebracht.

Dazu kommt natürlich die aufwendige Hardware, die, ähnlich wie die Akkus der Heil versprechenden Elektroautos, auf seltene Erden und andere unter sehr fragwürdigen Umständen zu gewinnende, sogenannte „kritische Rohstoffe“ angewiesen ist. Ständig müssen die Rechner größer, schwerer, hungriger werden, um auch nur ein Bitcoin zu produzieren.

Das Ganze wirkt wie eine weitere Anmaßung der Menschen der Natur gegenüber, die Selbstüberschätzung, wie sie in jüngster Zeit an vielen Stellen offensichtlich wird. Das letzte Wort über Bitcoins und die zugrundeliegende Blockchain-Technologie ist noch nicht gesprochen, aber Umsicht und Demut wären hilfreich.

In diesen Kontext passt ganz gut, dass in Bonn in Kürze ein Nachhaltigkeitszentrum startet, das sich mit Auswirkungen der Digitalisierung auf den Menschen und die Umwelt beschäftigen wird. Rechtfertigen die neuen Möglichkeiten, dass der Mensch sich wieder der gebeugten Ganghaltung seiner Urahnen nähert, Sechsjährige kurzsichtig und Dreißigjährige schwerhörig sind und alle Schwierigkeiten mit Konzentration und strukturiertem Denken haben?

Herzliche Grüße

Franz J. Grömping

PS: Aktuell hat sich ein Müllberg von 80 Mio. Tonnen Elektroschrott angesammelt, umgerechnet etwa 300.000 Airbus 380, der bekanntlich wegen seiner Dinosauriereigenschaften ausgemustert wurde.

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informativ

Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht, antwortet regelmäßig auf Fragestellungen rund um das Thema DSGVO und berichtet über aktuelle Entwicklungen.

Aktuell:

  • Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) will Apps prüfen, die das Software-Development Kit (SDK) von Facebook nutzen.
  • Recht auf Vergessenwerden: Aus Art. 17 Abs. 1 DSGVO folgt Anspruch auf Unterlassung der Verarbeitung personenbezogener Daten für die Zukunft.
  • Leitlinien zur Datenübertragung im Rahmen von Asset Deals veröffentlicht.

weitere Informationen:  Alle Neuigkeiten zur DSGVO


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Berichte vergangener Veranstaltungen

Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

Wird durch die Nutzung von Bitcoins auf der anderen Seite auch soviel CO2 wieder eingespart? Eine spannende Frage, die zumindest zz. noch mit einem klaren Nein beantwortet werden muss.

Quelle: Fachzeitschrift "Joule"


Altersvorsorgepflicht

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


Längst berichtet

Die AGEV hat schon vor Jahren auf die nächste globale Umweltkatastrophe aufmerksam gemacht. Die Redaktion "Mittelstandsperspektiven" berichtet am 20.2. über die deutsche Facette der Entwicklung.

Sand entwickelt sich zur Mangelware

Obwohl Deutschland von Natur aus viel Sand hat, entwickelt sich der Rohstoff langsam zur Mangelware. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnte bereits, dass es bei bestimmten Sandsorten schon jetzt Lieferengpässe gibt. Hintergrund des Sandmangels ist, dass kaum neue Abbaugruben entstehen dürfen, da die Sandvorkommen zumeist in Naturschutzgebieten liegen oder sich Anwohner gegen solche Projekte wehren. Laut des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verbraucht jeder Deutsche rein rechnerisch ein Kilo Gestein pro Stunde.


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