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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

DienstAGEV - 28. Kalenderwoche 2019

Liebe Leserin,
lieber Leser,

während der hellsten Tage des Jahres wird es dunkel am Konjunkturhorizont: Der ifo-Geschäftsklimaindex ist auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Die Auftragseingänge sind im Mai um 8,6 %(!) gegenüber dem Vorjahr gefallen. Aufgrund des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits kühlt im heißesten Juni aller Zeiten auch die Weltwirtschaft ab. Warnzeichen aus kleinen und großen Unternehmen sind für den aufmerksamen Betrachter weder zu übersehen noch zu überhören.

Wie in einer Parallelwelt jagen die Börsenindizes weltweit nach oben, als gäbe es kein Morgen. Fast 20 % ist allein der DAX angestiegen. Die vier großen Notenbanken der Welt haben 20.000 Milliarden Dollar angehäuft, künstliches Geld, mit dem die Märkte immer weiter angefeuert werden. Europa hat in diesen Tagen dank Macron die „letzte Ausfahrt“ Jens Weidmann verpasst, dem man als EZB-Chef zugetraut hätte, diesem Wahnsinn zumindest nicht weiter Vorschub zu leisten.

Wenn man mal gelernt hat, dass die Börsen die Zukunftsentwicklung der Unternehmen vorwegnehmen, darf man diesen Lehrsatz jetzt getrost vergessen. Sie vermitteln eher die Optik eines zu stark aufgeblasenen Ballons, bei dem die geringste Störung ausreicht, ihn platzen und unkontrolliert Schaden anrichten zu lassen.

Sieht man sich einmal unsere Branche, die deutsche Digitalwirtschaft, an, sieht es auf den ersten und zweiten Blick deutlich besser aus: Die Geschäftslage liegt nur knapp unter dem historischen Höchststand, Arbeitsplätze und Umsatz sind auf Rekordniveau, es werden händeringend Fachkräfte gesucht. „IT-Dienstleistungen“ sind erwartungsgemäß das stärkste Segment in der starken Branche, und das größte Entwicklungshemmnis in allen Bereichen sind die fehlenden Fachleute.

Trotzdem gibt es auch hier ein alarmierendes Warnzeichen: Die Erwartungen der IT-Branche an die Zukunft sind im Mai auf das niedrigste Niveau seit der Finanzkrise gefallen. Der Unterschied zwischen Geschäftslage und Ausblick war noch nie in der Geschichte so groß.

Ich habe unsere Branche, die ja seit vielen Jahren eine auf alle Wirtschaftssektoren übergreifende Funktion hat, als einen sensiblen Gradmesser kennengelernt, dessen Prognosen ernst genommen werden sollten.

Weg vom Börsenirrsinn zu einer nüchternen Einschätzung der Gesamtsituation – das passt in das Selbstverständnis der IT-ler und sollte uns lehren, uns schon jetzt auf schwierigere, aber nicht zwingend düstere Zeiten einzustellen.

Herzliche Grüße

Franz J. Grömping

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informativ

Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht, antwortet regelmäßig auf Fragestellungen rund um das Thema DSGVO und berichtet über aktuelle Entwicklungen.

Aktuell:

  • Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) will Apps prüfen, die das Software-Development Kit (SDK) von Facebook nutzen.
  • Recht auf Vergessenwerden: Aus Art. 17 Abs. 1 DSGVO folgt Anspruch auf Unterlassung der Verarbeitung personenbezogener Daten für die Zukunft.
  • Leitlinien zur Datenübertragung im Rahmen von Asset Deals veröffentlicht.

weitere Informationen:  Alle Neuigkeiten zur DSGVO


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Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

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Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


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Die AGEV hat schon vor Jahren auf die nächste globale Umweltkatastrophe aufmerksam gemacht. Die Redaktion "Mittelstandsperspektiven" berichtet am 20.2. über die deutsche Facette der Entwicklung.

Sand entwickelt sich zur Mangelware

Obwohl Deutschland von Natur aus viel Sand hat, entwickelt sich der Rohstoff langsam zur Mangelware. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnte bereits, dass es bei bestimmten Sandsorten schon jetzt Lieferengpässe gibt. Hintergrund des Sandmangels ist, dass kaum neue Abbaugruben entstehen dürfen, da die Sandvorkommen zumeist in Naturschutzgebieten liegen oder sich Anwohner gegen solche Projekte wehren. Laut des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verbraucht jeder Deutsche rein rechnerisch ein Kilo Gestein pro Stunde.


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