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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V

DienstAGEV - Archiv der Editorials

 

DienstAGEV 27. Kalenderwoche 2017

  

Liebe Leserin,
lieber Leser,

der Yogakurs meiner Frau hat Sommerpause. Das brachte sie auf die sympathische Idee, sich für zuhause eine Matte anzuschaffen, um das Sommerloch mit den aus dem Kurs bewährten Übungen zu überbrücken.

Bei einem kleinen Händler, der auf dem Amazon-Marktplatz anbietet, sind wir schnell an einer etwas exotisch anmutenden Fell-Matte hängengeblieben, die einen guten Eindruck machte und exzellent bewertet ist. Kaufabwicklung und Lieferung waren schnell und professionell; nur stellte sich das Produkt bei weitem nicht so gut wie beschrieben dar.

Beim Aufkleben des von Amazon unkompliziert versandten Retourenetiketts fiel mir nicht auf, dass es etwas anders aussah als sonst. Der Logistiker meines Vertrauens allerdings akzeptierte es erst, nachdem ich 6,99 € für „versicherten Päckchenversand“ auf den Tisch gelegt hatte. Das erste Mal wurde ich also „Opfer“ der von mir an dieser Stelle schon erörterten Versandbedingungen, die die Rücksendekosten grundätzlich dem Besteller auferlegen.

Diese Regelung ist absolut in Ordnung. Wenn ich mir schon den Weg zum Händler vor Ort ersparen kann, dann etwas kaufe, das ich schließlich nicht behalten möchte, muss ich den Aufwand dafür bezahlen. Außerdem dämpft diese Regelung die Unsitte mancher Shopping-Freaks, sich mehrere Produkte zur Ansicht schicken zu lassen, von denen sie maximal einen Teil zu kaufen gedenken. Zu bemängeln habe ich lediglich, dass die Kostenregelung nicht prominent in der Bestellmaske platziert war, sodass ich über die Folgen meines Handelns nicht rechtzeitig informiert war.

Die Regelung, die eingeführt wurde, um kleine Online-Händler vor nicht selbst verursachten Kosten zu schützen, wirkt jedoch wie ein Bumerang. Die „Großen“, erst recht Amazon selbst, verzichten meist auf die Abwälzung der Rücksendekosten auf den Verbraucher, sodass sich der Konzentrationsprozess im Einzelhandel auch online beschleunigt. Ob ich die Fairness besessen hätte, trotz Wissens um die drohenden 6,99 € auch im kleinen Yogaladen zu bestellen, weiß ich nicht, - ich hoffe es.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, dieses Dilemma aufzulösen, oder gibt es keine Hoffnung für die kleinen „Onliner“?

Herzliche Grüße

Ihr

Franz J. Grömping

 


 

DienstAGEV 25. Kalenderwoche 2017

Liebe Leserin,
lieber Leser,

es ist schwierig, objektiv darüber zu diskutieren, wie gut es den Deutschen materiell geht. Das gefühlte „Früher war alles viel billiger“ addiert sich zu der durch unsere Evolution geprägten Überlebensstrategie, dass gute Erinnerungen länger haften bleiben als schlechte.

Hilfreich mag da die jüngste Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) sein, die unsere aktuelle  Kaufkraft in Beziehung zu der von Anfang der 90er Jahre, also der Zeit der Wiedervereinigung, setzt. Am ehesten geht das über den Vergleich der Arbeitszeit, die man für die einzelnen Produkte aufwenden muss. Beispielsweise musste man 1991 für ein Brot durchschnittlich 11 min arbeiten, heute 10 min. Für ein Pfund Kaffee sind es heute 19 statt damals 23 min. (Trinkt man den Kaffee stattdessen to-go aus dem unökologischen Pappbecher, werden daraus schnell 10 min Arbeitszeit pro Tasse...)

Besonders günstig sind natürlich elektronische Güter wie Fernseher oder Computer, die nicht nur ein Bruchteil des damaligen Preises kosten, sondern kaum noch vergleichbar sind, weil sich Leistung respektive Technologie völlig verändert haben. Aber auch weniger veränderliche Produkte wie Waschmaschinen und Kleidung sind ein Drittel bis weit mehr als die Hälfte preiswerter geworden. Insgesamt ist das Leben auf Nettolohnbasis betrachtet heute im Vergleich zu 1991 deutlich günstiger.

Spannend ist natürlich ein Blick auf die Güter, die effektiv teurer geworden sind, weil sie die ökologischen und politischen Veränderungen im letzten Vierteljahrhundert besonders gut widerspiegeln. Kartoffeln, Strom, Tageszeitung und Friseurbesuch sind allesamt mäßig teurer geworden. Drastisch teuer geworden ist einzig der Kabeljau, dessen Preis die Speerspitze der Krise um die Überfischung der Weltmeere bildet, die eines der größten Umwelt- und gleichzeitig Nahrungsprobleme der nächsten Jahrzehnte darstellt.

Über Ihre Meinung zum „Zustand unseres Wohlstands“ freut sich wie immer

Ihr

Franz J. Grömping

 


 

DienstAGEV 23. Kalenderwoche 2017

Liebe Leserin,
lieber Leser,

in meiner kleinen Serie über die Zukunft der wichtigsten deutschen Branche, der Automobilindustrie, habe ich mich an dieser Stelle in den letzten Wochen zunächst mit dem Stand der Elektrifizierung und dann mit dem Umfang des NOx-Ausstoßes von Dieselfahrzeugen beschäftigt. Aller schlechten Dinge sind anscheinend drei, denn auch und gerade die Benziner verursachen massive gesundheitsschädliche Emissionen, die zuletzt kaum im Blickpunkt der Öffentlichkeit standen.

Mediziner gehen davon aus, dass durch Feinstaub aus dem Auspuff modernster Benziner mehr Menschen sterben müssen als durch die NOx-Belastung von Dieselfahrzeugen, die jedoch seit dem Abgasskandal viel stärker in der Kritik steht. Der einzuhaltende Grenzwert für jenen Schadstoff ist bei Benzinern unerklärlicherweise zehnmal höher als bei Dieseln, und dieser Freiraum wird von der Autoindustrie bis an die Grenze und weit darüber hinaus genutzt.

Besonders unrühmlich tut sich Daimler hervor. Das Unternehmen bietet mit der B-Klasse, wie berichtet, nicht nur den schmutzigsten europäischen Diesel-PKW an, sondern auch der Smart-Benziner übertrifft den Grenzwert für Rußpartikel um das 440-fache(!). In seltener Allianz forderten  ADAC und Deutsche Umwelthilfe in der letzten Woche, dieses als ökologisches Stadtauto angepriesene und insbesondere im Car-Sharing eingesetzte Fahrzeug sofort stillzulegen. Der Skandal dahinter ist, dass man moderne Benziner mit Filtern, die in der Fertigung weniger als 100 € kosten, ausrüsten könnte.

Aktuell belegen die Verkaufsstatistiken, dass die Käufer bereits vom Diesel auf den Benziner umgeschwenkt sind, mit der Folge, dass die CO¸-Emissionen und die Feinstaubbelastung deutlich zunehmen werden. Europaweite Kontrollen von Feinstaub sollen erst ab 2019 erfolgen und nicht einmal alle Motorvarianten betreffen.

Möglicherweise hält sich die Presse angesichts des Diesel-Skandals bei diesem Problem aufgrund seiner fatalen Auswirkungen auf die Glaubwürdigkeit unserer Automobilindustrie noch zurück, aber man kann darauf warten, dass sich das schnell ändern wird. Und viele werden dann wieder scheinbar verwundert aufschauen und von allem nichts gewusst haben.

Es gibt eine Lösung für das offensichtlichte Dilemma bei einer Entscheidung zwischen noch unkomfortabel nutzbaren Elektroautos, giftigen Dieseln und krebserregenden Benzinern: das Erdgasauto. Es fristet in Deutschland trotz attraktiver Subventionen und ausgereifter Technik leider ein Schattendasein. Der Energieträger Gas bietet sich aber aufgrund seiner Ökobilanz als Übergangslösung in eine Zukunft ohne fossile Antriebe ideal an – übrigens auch in der Wärmeenergieversorgung, die für die Ökobilanz eine viel größere Rolle spielt als der Verkehr.  

Ihr

Franz J. Grömping


 


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Aktuelles

Solidaritätszuschlag soll weg

Obwohl die Deutschen mehrheitlich gegen Steuersenkungen sind, solange die öffentlichen Haushalte so desaströs verschuldet sind, befürworten sie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags.

62 % sind für die Abschaffung, 16 % dagegen. Die Motive für diese Meinung sind sicher sehr unterschiedlich und hängen vom Wissenstand um die Funktion des Soli ab.

Die AGEV jedenfalls fordert die Abschaffung dieses Zuschlags als einen einfachen und unbürokratischen Einstieg in ein transparenteres Steuerrecht. Ob das in einem Schlag gelingt oder stufenweise angegangen wird, ist eher zweitrangig. Da die Länder bei dieser Steuer nicht mitreden dürfen, sollte der Schritt gelingen.


Nächste VeranstaltungenMomentan sind keine Veranstaltungen geplant.

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aktuell

politisch

AGEV-Engagement politisch

Die AGEV in unterschiedlichen - für unsere Mitglieder und gesamtgesellschaftlich - relevanten Themenfeldern politisch engagiert. Einzelheiten zu unseren Aktivitäten finden Sie unter Empfehlungen.

Die AGEV ist beim Deutschen Bundestag und als offizielle Interessenvertretung bei den EU-Institutionen akkreditiert. Unsere Ziele: Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie die Schwerpunkte Umweltschutz, Steuergerechtigkeit und Nachhaltigkeit.


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Prozent des EU-Durchschnitts erreichte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf im Jahr 2016 in Luxemburg, ausgedrückt in Kaufkraftstandards. Das zeigen Berechnungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Danach folgten Österreich und Deutschland mit 126 bzw. 123 Prozent. Das niedrigste BIP pro Kopf hatten Kroatien und Bulgarien mit gerade einmal 59 bzw. 48 Prozent des EU-Durchschnitts.  

 

 


Steuerlast

Alle reden immer von Steuersenkung, in Wahrheit aber passiert seit Jahren das Gegenteil: Laut einer Statistik des Bundesfinanzministeriums zahlen inzwischen fast 3,9 Millionen Bürger den Spitzensteuersatz. Insgesamt hat sich die Zahl der Steuerpflichtigen, die mit 42 Prozent besteuert werden, damit seit 2004 verdoppelt.

Quelle: Handelsblatt, 11.5.2017

Interessanterweise wird bei diesen Aussagen der Solidaritätszuschlag immer weggelassen, obwohl dieser sich seit 25 Jahren breit gemacht hat und immer mit bezahlt werden muss. Rechnet man ihn hinzu, ist der Grenzsteuersatz ab einem Bruttoeinkommen von 54.000 € bereits bei 44,3 %, mit Kirchensteuer gar bei 48 %!


Maschinensteuer

"Eine Roboter- oder Maschinensteuer ist nicht zielführend. Sie kann dazu führen, dass Unternehmen darauf verzichten, innovative Technologien einzusetzen. Es ist wenig sinnvoll, Innovationen in Ketten zu legen. Besser ist es, die Gewinne der Unternehmen zu besteuern, egal ob sie durch Menschen oder Maschinen erwirtschaftet wurden."

Bundeswirtschaftministerin Brigitte Zypries
Welt am Sonntag, 2.4.2017