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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

DienstAGEV - Archiv der Editorials

DienstAGEV - 38. Kalenderwoche 2019

Liebe Leserin,
lieber Leser,

die Geschichte ist fast zu platt, um sie noch mal zu erzählen, aber ich fass mich kurz. Ein Berliner Bäcker sollte in der letzten Woche nach eigenen Angaben 25.000 € bezahlen, weil er als Maß für die Grundpreisangabe auf einer Tafel „KG“ statt „kg“ verwendet hatte. Das Landesamt für Eich- und Messwesen Berlin-Brandenburg sah eine Verwechslungsgefahr mit „Kelvin“, „Gauss“ oder „Kommanditgesellschaft“. Der Unternehmer hielt das natürlich für einen Scherz, musste sich dann aber eines Schlechteren belehren lassen und korrigierte die Buchstaben gerade noch rechtzeitig.

Wen wundert es dann, dass der Unternehmergeist der Deutschen auf den niedrigsten Stand aller Zeiten gesunken ist? Nur noch ein Viertel der Erwerbstätigen wünscht sich eine selbstständige Tätigkeit, nachdem es mal 45 % gewesen sind.

Es gibt einleuchtende Gründe für diese alarmierende Tendenz. Die guten Bedingungen am Arbeitsmarkt lassen die Selbstständigkeit im Vergleich unattraktiver erscheinen. Zudem finden sich in einer alternden Gesellschaft naturgemäß weniger risikofreudige Entrepreneure.

Erfreulicherweise hat die Lust auf Gründung bei den Menschen unter 30 noch nicht nachgelassen, aber davon gibt es demographiebedingt halt nur noch halb so viele wie vor 20 Jahren. Das hat auch Einfluss auf die Anzahl der Patente der notorisch erfolgreichen deutschen Erfinder, die allein deswegen seit Jahren zurückgeht und die Zukunftsaussichten unseres „Ingenieurlandes“ düster erscheinen lässt.

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht das genauso: „Neugründungen und Start-ups sind Treiber von Innovationen und insbesondere des digitalen Wandels“, meint eine Sprecherin. Fehlten heute die Gründer, leide morgen die Wettbewerbsfähigkeit.

Neben den nachvollziehbaren Gründen drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Republik in den vergangenen zehn Jahren seit der Finanzkrise im Dauerkonjunkturhoch wohlfeil eingerichtet hat. Das Unternehmerbild ist in der Öffentlichkeit auf dem niedrigstem Niveau angekommen, nur Journalisten, Versicherungsvertreter und Politiker werden noch schlechter beleumundet. Letztere haben es trotz angeblicher Bemühungen nicht geschafft, bürokratische Hemmnisse für Unternehmen zu reduzieren, sondern diese mit DSGVO und Arbeitszeiterfassung etc. eher noch aufgebläht. BDI-Präsident Kempf befand jüngst im Interview salopp, Deutschland habe die letzten zehn Jahre „verschnarcht“. Denkt man an die verpasste Erneuerung der Infrastruktur, die verpatzte Energiewende und den versäumten Digitalausbau, trifft es das genau.

Es gibt zz. keine Aussicht auf eine Trendwende, sagen die Experten. Sollte allerdings die im Raum stehende Rezession eintreten, könnte es zu der schlechtest motivierten Erhöhung der Gründerzahlen kommen, die man sich vorstellen mag: Zwangsselbstständigkeit aufgrund von Arbeitslosigkeit, befürchtet

Ihr

Franz J. Grömping

PS: Die Initialen des Bäckers lauten auch „KG“, vielleicht wäre das eine gute Ausrede gewesen…
 


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informativ

AGEV-Mitgliederversammlung

Die AGEV-Mitgliederversammlung 2019 am 10.5. ist gelaufen. Den Bericht dazu finden Sie im  AGEVmagazin (Ausgabe Sommer 2019): zum Archiv

 


13. November 2019


AGEV-Politik

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat heute in der Rheinischen Post angekündigt, dass er gegen Ende dieses Jahres einen „Gesetzesentwurf zur Einbeziehung der Selbstständigen in das System der Alterssicherung“ vorlegen werde und dabei Andeutungen zu seinen Plänen gemacht.


Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht, antwortet regelmäßig auf Fragestellungen rund um das Thema DSGVO und berichtet über aktuelle Entwicklungen.

Aktuell:

  • Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) will Apps prüfen, die das Software-Development Kit (SDK) von Facebook nutzen.
  • Recht auf Vergessenwerden: Aus Art. 17 Abs. 1 DSGVO folgt Anspruch auf Unterlassung der Verarbeitung personenbezogener Daten für die Zukunft.
  • Leitlinien zur Datenübertragung im Rahmen von Asset Deals veröffentlicht.

weitere Informationen:  Alle Neuigkeiten zur DSGVO


Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

Wird durch die Nutzung von Bitcoins auf der anderen Seite auch soviel CO2 wieder eingespart? Eine spannende Frage, die zumindest zz. noch mit einem klaren Nein beantwortet werden muss.

Quelle: Fachzeitschrift "Joule"


Altersvorsorgepflicht

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


Längst berichtet

Die AGEV hat schon vor Jahren auf die nächste globale Umweltkatastrophe aufmerksam gemacht. Die Redaktion "Mittelstandsperspektiven" berichtet am 20.2. über die deutsche Facette der Entwicklung.

Sand entwickelt sich zur Mangelware

Obwohl Deutschland von Natur aus viel Sand hat, entwickelt sich der Rohstoff langsam zur Mangelware. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnte bereits, dass es bei bestimmten Sandsorten schon jetzt Lieferengpässe gibt. Hintergrund des Sandmangels ist, dass kaum neue Abbaugruben entstehen dürfen, da die Sandvorkommen zumeist in Naturschutzgebieten liegen oder sich Anwohner gegen solche Projekte wehren. Laut des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verbraucht jeder Deutsche rein rechnerisch ein Kilo Gestein pro Stunde.


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