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Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

DienstAGEV - Archiv der Editorials

DienstAGEV - 04. Kalenderwoche 2020

Liebe Leserin,
lieber Leser,

der Onlinehandel boomt immer weiter. Die Zuwächse sind weiterhin zweistellig, ein Ende ist nicht abzusehen. Insbesondere im Textilbereich gibt es Auswüchse mit Fashionpartys und anschließenden Umtauschorgien, die Retourenquote beträgt hier zz. 50 %. „Shoppingscham“ steckt noch in den Kinderschuhen.

Eine aktuelle Untersuchung der Universität Bamberg kommt zu dem Ergebnis, dass die Einführung einer Retourengebühr eine Reihe von Vorteilen und eine Win-Win-Win-Situation für Händler, Verbraucher und Umwelt brächte.

Der Studie zufolge würden bereits drei Euro pro Versandstück zu einem Rückgang von ca. 80 Mio. Sendungen (von 500 Mio. insgesamt) und einer Ersparnis von knapp 40.000 Tonnen CO2 pro Jahr führen. Zusätzlich ergäbe sich ein Preissenkungspotenzial, weil Kunden, die weniger retournieren, effektiv weniger zahlen würden als heute mit dem vom Versender pauschal kalkulierten Aufschlag für Retouren. Unternehmen könnten mit leichten Umsatzeinbußen, aber deutlichen Kostenvorteilen rechnen, da jede Retoure im Schnitt 20 € verschlingt.

Zudem würde  eine gesetzliche Neuregelung Nachteile für die kleinen Händler reduzieren und für faireren Wettbewerb sorgen. Bisher können die „Großen“ durch Mischkalkulation und Nutzung von Skaleneffekten portofreien Rückversand anbieten, während bei einer verpflichtenden Retourengebühr gleiche Regeln für alle gälten. Nicht von ungefähr kommt daher, dass nur der durch „Große“ dominierte Branchenverband der Onlinehändler einer Neuregelung kritisch gegenübersteht.

Die Resultate sind ein schöner Beleg für meine These in Anlehnung an den Wirtschaftsnobelpreisträger von 2017, Thaler, dass der Gesetzgeber durch „Anstupsen“ des Verbrauchers in die richtige Richtung ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verhaltensänderungen einfacher und schneller erreicht als durch Aufklärung oder Verbote.

Obwohl die Bamberger Wissenschaftler Anfang Dezember eindeutige Beweise für eine sinnvolle Neuregelung geliefert haben, hat sich die Politik bisher nicht dazu geäußert. Falls Sie, liebe Leser, mich nicht vom Gegenteil überzeugen, wird die AGEV nachhaken und im Wirtschaftsministerium nachfragen,

verspricht Ihr

Franz J. Grömping


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informativ

Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medienrecht und IT-Recht, antwortet regelmäßig auf Fragestellungen rund um das Thema DSGVO und berichtet über aktuelle Entwicklungen.

Aktuell:

  • Die deutsche Datenschutzkonferenz (DSK) will Apps prüfen, die das Software-Development Kit (SDK) von Facebook nutzen.
  • Recht auf Vergessenwerden: Aus Art. 17 Abs. 1 DSGVO folgt Anspruch auf Unterlassung der Verarbeitung personenbezogener Daten für die Zukunft.
  • Leitlinien zur Datenübertragung im Rahmen von Asset Deals veröffentlicht.

weitere Informationen:  Alle Neuigkeiten zur DSGVO


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Berichte vergangener Veranstaltungen

Bitcoins und das Klima

23 Mio. t CO2

wurden im Jahr 2018 weltweit für die Produktion von Bitcoins die Luft geblasen, ungefähr so viel wie das Land Sri Lanka insgesamt emittiert hat.

Wird durch die Nutzung von Bitcoins auf der anderen Seite auch soviel CO2 wieder eingespart? Eine spannende Frage, die zumindest zz. noch mit einem klaren Nein beantwortet werden muss.

Quelle: Fachzeitschrift "Joule"


Altersvorsorgepflicht

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sieht die Einführung einer Altersvorsorge-pflicht für Selbstständige vor, die nicht bereits pflichtversichert sind. Über die Bundesarbeits-gemeinschaft Selbstständigen-verbände (BAGSV) nimmt die AGEV an der Diskussion teil. 24 Berufs-/ Selbstständigenverbände und -initiativen tragen das Positionspapier mit.


Längst berichtet

Die AGEV hat schon vor Jahren auf die nächste globale Umweltkatastrophe aufmerksam gemacht. Die Redaktion "Mittelstandsperspektiven" berichtet am 20.2. über die deutsche Facette der Entwicklung.

Sand entwickelt sich zur Mangelware

Obwohl Deutschland von Natur aus viel Sand hat, entwickelt sich der Rohstoff langsam zur Mangelware. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnte bereits, dass es bei bestimmten Sandsorten schon jetzt Lieferengpässe gibt. Hintergrund des Sandmangels ist, dass kaum neue Abbaugruben entstehen dürfen, da die Sandvorkommen zumeist in Naturschutzgebieten liegen oder sich Anwohner gegen solche Projekte wehren. Laut des Unternehmerverbands Mineralische Baustoffe verbraucht jeder Deutsche rein rechnerisch ein Kilo Gestein pro Stunde.


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