Wie Deutschland sich von US-Software löst

Quelle: AI-generated image

Deutschland will raus aus der digitalen Abhängigkeit von den USA. Nach Rekordbeteiligung an der öffentliche Konsultation der EU-Kommission zu Open-Source-Software treibt der Bund Open Source und souveräne Clouds voran – der Weg ist lang.

Die Konsultation der EU-Kommission zu Open-Source-Software ist am 3. Februar mit einem rekordverdächtigen Ergebnis zu Ende gegangen: 1.658 teils umfangreiche Stellungnahmen(öffnet im neuen Fenster) gingen ein. Die Palette reicht von Unternehmen wie Mercedes-Benz über die Deutsche Industrie- und Handelskammer bis zu Mittelstands- und Einpersonenfirmen sowie Linux-User-Groups. Die Konsultation sollte die Entscheidungsgrundlage für den Einsatz freier Software in den EU-Institutionen liefern – und dieses Ziel wurde definitiv erreicht.

Mittlerweile untersucht auch eine Kommission des deutschen Bundestags, wie die Abhängigkeit von proprietärer US-Software reduziert werden kann. Das wird von immer mehr Institutionen als strategisches Dilemma wahrgenommen. Deswegen wurde im Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung (BMDS) sowie im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum Stand der Dinge in Deutschland nachgefragt.

Die Opendesk-Pilotprojekte 2026

Auf Bundesebene ist man schon etwas über den Status von Untersuchungen hinaus. „Mit Opendesk wurde vom Bund erstmals eine vollständig auf Open Source basierende IT-Arbeitsplatz-Suite konzipiert und entwickelt“, heißt es im Antwortschreiben des BMDS. Die freie Software Opendesk bündelt Dokumentenbearbeitung, Cloudspeicher, Groupware, Wiki und Projektmanagement in einer webbasierten Oberfläche. Adaptiert wurde die Kollaborationssoftware im Zentrum für Digitale Souveränität der öffentlichen Verwaltung

Derzeit wird Opendesk laut BMDS dort an 60 Arbeitsplätzen getestet, die Software soll aber im Lauf des Jahres auch in weiteren Bundes- und Landesbehörden pilotiert werden, etwa im Robert-Koch-Institut oder bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Parallel dazu werde Opendesk weiterentwickelt, um weitere Rollouts in der Bundesverwaltung zu ermöglichen.

Die in Schleswig-Holstein gewonnenen Erkenntnisse zur Einsatzfähigkeit und Nutzerakzeptanz würden bei den Planungen berücksichtigt, so das BMDS. Das kleine Bundesland im Norden ist bekanntlich mit großem Abstand Vorreiter im Einsatz von Open-Source-Software.

Quelle: golem.de

Weitere News aus dieser Kategorie

Ihre AGEV – für Sie im Dialog

Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

Bonner Talweg 55
53113 Bonn

 Tel: 0228 98375-0
 Fax: 0228 98375-19
 Nachricht schreiben