Pisa-Studie: Erkenntnisse über die Nutzung von KI

Die Pisa-Studie hat Erkenntnisse darüber, welche Nachteile und Chancen Chatbots für Schüler mit sich bringen. Die Ergebnisse zeigen: Schüler, die Chatbots häufiger verwenden, schneiden schlechter ab. Was das für die Tools in der Schule bedeuten könnte.
Die Ergebnisse der Pisa-Studie schlagen aktuell Wellen. In einigen Bereichen haben deutsche Schüler bei den Tests so schlecht wie nie zuvor abgeschnitten. Nicht nur beim reinen Wissen scheitern viele junge Menschen, sondern auch beim Anwenden des Gelernten. Die Pisa-Studie zeigt aber auch, dass KI im Klassenzimmer und darüber hinaus nicht den Lern-Boost mit sich bringt, den sich viele davon erhofft haben.
Pisa-Studie: Hindert KI die Schüler nur?
Im Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heißt es: „Pisa zeigt, dass Schüler:innen, die keine KI-Chatbots für ihre Schularbeiten nutzen, generell höhere Punktzahlen erreichen als diejenigen, die es tun, und sie dabei auch höhere Level an hilfesuchendem Verhalten zeigen. Das bedeutet, dass KI noch keine Voraussetzung für Erfolg ist, zumindest nicht zum Zeitpunkt von Pisa 2025“.
Die Ergebnisse wurden dabei in vier Kategorien der KI-Nutzung unterteilt. Schüler, die nie Chatbots nutzen, um sich Texte zusammenfassen zu lassen, erzielten im Schnitt etwas mehr als 505 Punkte in der Pisa-Studie. Wer hingegen angab, KI jeden Tag dafür zu nutzen, schloss den Test im Schnitt mit etwa 475 Punkten ab. Ähnliche Differenzen gab es auch in den Bereichen, in denen KI für die Vorabrecherche zu einem neuen Thema oder das Erstellen von Texten genutzt wurde.
Ein etwas anderes Bild zeichnet sich im Bereich „KI als Lernhilfe“
Hier schnitten diejenigen, die Chatbots nie einsetzten, mit etwa 500 Punkten ab. Schüler, die Chatbots ein bis zweimal pro Woche einsetzten, kamen auf ähnliche Punktzahlen. Wer die KI allerdings nur etwa ein- bis zweimal im Jahr nutzte, erreichte im Schnitt hingegen nur etwas mehr als 480 Punkte.
Die Verantwortlichen der Pisa-Studie schreiben dazu: „Auch wenn diese Resultate keine Kausalität beweisen, unterstreichen sie das Potenzial von gezielter Anleitung von Schüler:innen, um ihren kritischen Umgang mit KI zu stärken. Sie lassen auch darauf schließen, dass der bloße Zugang zu KI‑Tools wahrscheinlich keine Vorteile ohne parallele Investitionen in Anleitungen zum angemessenen und effektiven Gebrauch mit sich bringt.“
Die OECD empfiehlt deshalb, dass Bildungssysteme die „Digital- und Medienbildung inklusive des kritischen Umgangs mit Künstlicher Intelligenz“ fördern. Das ist allerdings nur möglich, wenn Lehrkräften die nötigen Ressourcen und Trainings bereitgestellt werden. Zudem sehen die Verantwortlichen auch bei den Kindern ein aufkeimendes Problem: „Sozioökonomisch benachteiligte Schüler:innen berichten deutlich seltener, dass sie KI-generierte Inhalte während des Unterrichts untersuchen sollen.“ Dagegen bräuchte es „gezielte Interventionen, um das Aufkommen einer neuen Form der sozioökonomischen Spaltung in der KI-Ära zu unterbinden.“
Quelle: t3n
Weitere News aus dieser Kategorie
14. September 2026
China warnt vor „böswilligem Wettbewerb“ bei KI-Entwicklung
China hat die Warnungen mehrerer US-Techbosse vor einer gefährlichen…
14. September 2026
Telekom-Chef Tim Höttges warnt vor Pessimismus bei KI
Telekom-Chef Tim Höttges warnt Deutschland und Europa vor einer pessimistischen…
7. September 2026
USA: Entlassungswelle in der Tech-Branche deutet auf weltweiten Trend hin
Der KI-Boom fordert in den USA Zehntausende Jobs in der Tech-Branche. Allein im…



