KI-Tools: Mit gutem Prompting zu besseren Antworten

Bildquelle: Gemini generated image

Wenn KI-Tools nur mittelmäßige Ergebnisse liefern, liegt das weniger an der Technologie als an unpräzisen Anweisungen. Egal, wie schlau eine KI ist – sie kann keine Gedanken lesen. Unsere Tipps zeigen, wie Sie mit klarem Prompting klügere Antworten erhalten.

KI-Tools unterstützen uns längst im täglichen Geschäft – bei Mailentwürfen, Konzepten, Präsentationen, Reportings, der Ideenfindung oder Datenanalysen. Die Qualität ihrer Ergebnisse hängt jedoch maßgeblich von der Qualität der Eingaben ab. Ein vager Prompt führt zu einem vagen Ergebnis, während ein präziser und strukturierter Prompt im besten Fall zu Inhalten führt, die 1:1 verwendbar sind.

Je genauer wir also die KI instruieren, desto produktiver werden wir. Zwar braucht es manchmal etwas Zeit und mehrere Schritte, um einen wirklich guten und zielführenden Prompt zu formulieren – doch der Aufwand lohnt sich.

Zehn Werkzeuge für einen guten Prompt:

  1. Konkret werden: Geben Sie der KI immer klare Rahmenvorgaben, bevor sie eine Aufgabe ausführt. Das hilft ihr, präziser und relevanter zu antworten. Zu den konkreten Rahmen zählen Ziel (Was soll erreicht werden?), Zielgruppe (Für wen ist das gedacht?) und Plattform (In welchem Umfeld wird der Inhalt verwendet?).
  2. Kontext ist der Schlüssel: Je mehr Hintergrundinformationen und Struktur die KI erhält, desto besser: So kann sie gezielt in der gewünschten Tonalität formulieren, inhaltlich priorisieren oder die passende Länge wählen. Das Hochladen eigener Dateien, Notizen oder Dokumente hilft der KI, den Kontext besser zu verstehen.
  3. Warum „Rollen“ so wichtig sind: Weisen Sie der KI eine klare Rolle zu, also eine bestimmte Perspektive, Identität oder berufliche Funktion, dann weiß sie, auf welchem Niveau oder aus welcher Sicht sie antworten soll.
    Beispiele: „Du bist ein Vertriebsprofi …“,
    „Du bist ein Analyst …“,
    „Agiere als Experte für Kundendienst …“
    „Du bist ein erfahrener Jurist, der sich auf EU-Digitalrecht spezialisiert hat …“
  4. Lassen Sie sich helfen: Sie müssen nicht selbst den perfekten Prompt schreiben, die KI kann mithelfen. Posten Sie, was Ihnen als Anweisung eingefallen ist, und weisen Sie die KI an, weiter zu optimieren, zu strukturieren oder zu ergänzen. So lässt sich die Eingabe schrittweise verfeinern, bis sie den Anforderungen entspricht.
    Beispiel 1: „Verbessere diesen Prompt für maximale Präzision“
    Beispiel 2: „Formuliere meinen Prompt um und frage mich nach fehlenden Details“
  5. Tief nachdenken: Für komplexere Aufgaben, Strategiethemen oder Problemlösungen eignen sich „Chain-of-Thought-Prompts“. Sie enthüllen Denkprozesse. Damit vermeiden Sie die Tendenz der KI, in hohem Tempo ein plausibles Ergebnis zu liefern, statt sich durch mehrstufiges Denken oder Abwägen zu arbeiten.
    Beispiel 1: „Denke lange und tief nach und vermeide vorschnelle Antworten. Gib erst ein Ergebnis aus, nachdem du alle relevanten Aspekte überprüft hast.“
    Beispiel 2: „Erkläre Schritt für Schritt, wie du die finanzielle Lage eines Unternehmens bewertest.
    Beispiel 3: „Zeige deine Gedanken bei jeder Berechnung oder Analyse auf.“
    Beispiel 4: „Erkläre schrittweise, warum diese Social-Media-Strategie für B2B-Unternehmen nicht geeignet sein könnte.“
  6. „Anführungszeichen“: Setzen Sie wichtige Begriffe oder Formulierungen in „Anführungszeichen“. Das hilft der KI, den Fokus der Anfrage gezielt zu erkennen – wenn es etwa um Tonalität oder Themenvorgaben geht. Komplexe Prompts lassen sich zudem mit doppelten/dreifachen Anführungszeichen oder mit Trennzeichen strukturieren und präziser gestalten. So werden Kontext und Aufgabe sauber getrennt und die Auswertung zuverlässiger.
    Beispiel: „Du bist Recruiting-Experte. Analysiere folgenden Lebenslauf auf Stärken und Schwächen.“ Den zu bewertenden Text setzen Sie zwischen drei Anführungszeichen: “”” Lebenslauf: … [Text des Lebenslaufs] “””.
  7. Format festlegen: Wenn Sie der KI nur das Thema oder Ziel geben, aber nicht das gewünschte Format, dann liefert sie einen allgemeinen Fließtext. Sagen Sie ihr daher, in welchem Format Sie das Ergebnis wünschen (z. B. Excelliste, Bericht, Worddoc oder Powerpoint). So sparen Sie Zeit, Arbeitsschritte und Formatierungsaufwand.
  8. Aufforderung zur Selbstkritik: Je nach Aufgabenstellung kann es sinnvoll sein, die KI zu Selbstkritik aufzufordern, beispielsweise mit der Frage: „War meine Lösung gut genug?“ Anschließend generiert sie Aspekte, die kritisch hinterfragt werden sollten, wie potenzielle Logikfehler, fehlende Daten, unklare Argumentationsketten oder Unsicherheiten im Ergebnis.
    Beispiel: „Liefere zuerst die Antwort möglichst präzise. Liste anschließend drei potenzielle Denkfehler, Unsicherheiten oder Schwachstellen deiner eigenen Antwort auf.“
  9. Rückwärts-Prompting: Die Methode ähnelt der „Selbstkritik“, hat jedoch unterschiedliche Ziele und Zeitpunkte im Denkprozess der KI. Das Ziel besteht darin, dass die KI vor der eigentlichen Antwort überlegt, wie sie ein Problem angeht. Dies zwingt sie dazu, analytischer und systematischer zu arbeiten, indem sie die Problemlösung in ihre Bestandteile zerlegt. So lassen sich relevante Herangehensweisen, Nachdenkprozesse und Problemstrukturen herausfiltern.
    Beispiel: „Welche Fragen müssten vorab geklärt werden, um einen erfolgversprechenden Plan zur Steigerung der Konversionsrate im Shop zu entwickeln? Nenne mir alle relevanten Analyse- und Planungsfragen.“
  10. Bibliothek erstellen: ein simpler, aber praktischer Tipp. Speichern Sie Ihre ausgefeilten und gut funktionierenden Prompts als Vorlagen ab. Das spart bei wiederkehrenden Aufgaben viel Zeit.
Weitere News aus dieser Kategorie

Ihre AGEV – für Sie im Dialog

Arbeitgebervereinigung für Unternehmen
aus dem Bereich EDV und Kommunikationstechnologie e. V.

Bonner Talweg 55
53113 Bonn

 Tel: 0228 98375-0
 Fax: 0228 98375-19
 Nachricht schreiben