KI statt Code: Wandel am Beispiel von Stanford

An vielen Universitäten ist der Einsatz von KI-Tools verboten. In einem Kurs an der Stanford University gilt das Gegenteil: Wie Business Insider berichtet, wird hier Studenten das Programmieren mithilfe von KI beigebracht, ohne dass sie selbst eine einzige Zeile Code schreiben.
Für Studenten sieht der Arbeitsmarkt derzeit düster aus. Die Zahl offener Stellen für Berufsanfänger sinkt deutlich. In den USA suchen rund 58 Prozent der Absolventen auch ein Jahr nach ihrem Abschluss noch immer nach ihrem ersten Job. In Deutschland ist die Lage ähnlich schwierig: Hier sind so viele unter 30-Jährige mit Hochschulabschluss arbeitslos gemeldet wie seit Jahrzehnten nicht mehr. KI trägt zu dieser Entwicklung bei: Neue Tools übernehmen zunehmend Aufgaben, die früher von Berufseinsteigern erledigt wurden – und das zu deutlich geringeren Kosten.
„Das kann beängstigend sein, weil man denkt, dass die eigene Arbeitsplatzsicherheit gefährdet ist und man ersetzt werden könnte“, sagte Brent Ju gegenüber Business Insider. Der Stanford-Student hat seinen Abschluss im Frühjahr gemacht, wurde bisher aber zu keinem einzigen Vorstellungsgespräch eingeladen. Zur Überbrückung besucht er einen Informatikkurs bei Dozent Mihail Eric, bei dem Studenten lernen, Software zu entwickeln, ohne selbst Code zu schreiben. Sein Kurs „Der moderne Software-Entwickler” gilt als erster Versuch einer großen Universität, Programmierwerkzeuge wie Cursor und Claude aktiv in den Unterricht einzubeziehen.
Ein Stanford-Abschluss ist keine Garantie mehr
Eric hat selbst in Stanford studiert. Damals galt ein Abschluss an der Eliteuniversität noch als Eintrittskarte in die Tech-Welt. Heute sieht das anders aus. „In der Zwischenzeit haben viele Unternehmen, die während der Pandemie viele Mitarbeiter eingestellt haben, festgestellt, dass es zu viele waren“, so Eric. „Jetzt gibt es einen Überschuss an jungen Talenten und auch einen Überschuss an neu entlassenen, recht erfahrenen Kräften.“ Hinzu kommen Aussagen wie die von Anthropic-CEO Dario Amodei, der behauptete, KI könne innerhalb eines Jahres den Großteil des Codes eines Unternehmens schreiben. Eric hat seinen Kurs daher bewusst als Gegenentwurf zu Lehrveranstaltungen konzipiert, in denen KI noch verboten ist.
Quelle: t3n
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