EU diskutiert Maßnahmen zur Einschränkung von US-Clouddiensten

In der EU werden Maßnahmen zur Stärkung der Cloud-Infrastruktur diskutiert. Für die Verarbeitung von Daten der EU-Mitgliedsstaaten in der Cloud könnten in Zukunft hohe Anforderungen an die Souveränität gelten.
Die Europäische Union zieht Regelungen in Betracht, die die Nutzung US-amerikanischer Clouddienste durch Regierungen der Mitgliedsstaaten einschränken würden. Wie der Nachrichtensender CNBC unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, soll dies für die Verarbeitung vertraulicher Daten gelten.
Es wird erwartet, dass die Europäische Kommission ihr Paket zur Stärkung der technologischen Souveränität am 27. Mai 2026 vorstellt. Dieses wird Maßnahmen enthalten, mit denen die strategische Autonomie der EU gestärkt wird. Im Vorfeld der Bekanntgabe sollen laut CNBC Diskussionen darüber stattfinden, wie sich die Verarbeitung wichtiger Daten der Regierungen auf Cloudplattformen von Unternehmen außerhalb der EU einschränken lässt. Dabei stehe vor allem im Mittelpunkt, wie sich kritische Arbeitslasten weg von US-Cloudanbietern hin zu europäischen Lösungen verlagern ließen, heißt es weiter.
Hoher Grad an Cloudsouveränität gefordert
Der Kerngedanke bestehe darin, Sektoren zu definieren, deren Daten zwingend auf europäischer Cloud-Infrastruktur gehostet werden müssen, so der Bericht. Cloudplattformen aus Drittstaaten müssten dabei nicht komplett von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen, aber die Verarbeitung von wichtigen Daten darauf eingeschränkt werden.
Betroffen wären auch europäische Unternehmen, die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten Cloudlösungen anbieten und dabei zum Beispiel Technologie von US-Unternehmen verwenden. Erörtert werde derzeit der Vorschlag, dass Finanz-, Justiz- und Gesundheitsdaten eine Cloud-Infrastruktur mit hohem Grad an Souveränität erfordern sollen, so CNBC.
Quelle: golem.de
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