Firmen aus der EU fordern Pause bei AI-Act-Umsetzung

Bisher betrieben vor allem große Tech-Unternehmen aus den USA Lobbying gegen den AI-Act, das umfassende Regelwerk für Künstliche Intelligenz. Jetzt machen die Chefs von 46 großen europäischen Unternehmen, Foren und Verbänden gegen die Vorgaben mobil.
Airbus, ASML, Lufthansa, Mistral, United Internet und andere Branchengrößen drängen in einem offenen Brief darauf, die KI-Verordnung für zwei Jahre auszusetzen. Darin fordern sie die EU-Kommission nachdrücklich auf, den AI Act zwei Jahre lang auszusetzen, „bevor die wichtigsten Verpflichtungen in Kraft treten“.
„Europa zeichnet sich seit Langem durch seine Fähigkeit aus, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Regulierung und Innovation zu finden“, heißt es in dem Schreiben. Dieses „europäische Modell“ sei „insbesondere im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) von Bedeutung, deren Auswirkungen als transformative Technologie weit über den Technologiesektor hinausreichen“. Leider werde dieses Gleichgewicht mit dem AI Act „derzeit durch unklare, sich überschneidende und zunehmend komplexe EU-Vorschriften gestört“. Dies gefährde Europas KI-Ambitionen, da nicht nur die Entwicklung europäischer Champions unterlaufen werde. Es gehe auch um „die Fähigkeit aller Branchen, KI in dem für den globalen Wettbewerb erforderlichen Umfang einzusetzen“.
Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Manager von Airbus, ASML, Lufthansa, Mercedes-Benz, Mistral, Siemens Energy und United Internet. Sie beschäftigen nach eigenen Angaben Hunderttausende Mitarbeiter in der EU, um deren Wohlergehen sie sich sorgten. Die Kommission müsse ihre Bemühungen, die Anwendung der KI-Verordnung im Interesse kleiner wie großer etablierter Unternehmen zu vereinfachen, beschleunigen. Sie alle würden zu Innovationsförderung beitragen, „wenn sie von klaren und vorhersehbaren Regeln profitieren können“.
Quelle und mehr Informationen: heise.de
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