EU-weite Entbürokratisierung: Was ist geplant?
Endlich bewegt sich die EU und geht an die ausufernde Bürokratisierung heran, die vor allem bei mittelständischen Unternehmen zu unakzeptablen Bürokratiekosten führt. Womit können kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) rechnen?

Die Omnibus-Verordnung der EU ist eine Initiative, um den Bürokratieaufwand für Unternehmen erheblich zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Sie wurde von der EU-Kommission im Rahmen des „Competitiveness Compass“ angekündigt und soll zentrale Richtlinien des Green Deals vereinfachen, ohne deren Kernziele zu gefährden.
Die Ziele der Verordnung: eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands für Unternehmen um 25 Prozent, für KMU sogar um 35 Prozent; eine Vereinfachung und Konsolidierung von ESG-Berichtspflichten (z. B. CSRD, CSDDD und EU-Taxonomie-Verordnung); der Abbau redundanter und sich überschneidender Regelungen.
Zu den geplanten Maßnahmen zählen die Überarbeitung der EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD), der Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) und der Taxonomie-Verordnung, die Einführung papierloser Reporting-Systeme und einer neuen Unternehmenskategorie für „small mid-caps“ sowie die Lockerung von Berichtspflichten – insbesondere für kleinere Unternehmen – und längere Übergangsfristen.
Das Mittelstandsforum Köln-Bonn konstatiert dazu: Selbst wenn diese Vorschläge umgesetzt werden, stellt sich die Frage nach der realen Entlastung von KMUs. Wenn deren größere Kunden, die dem Lieferkettengesetz und der Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichtserstattung unterliegen, das von ihren kleineren Lieferanten verlangen, wird sich kein KMU faktisch entziehen können. Es sei denn, sie verzichten auf Kunden.
Quelle: Mittelstandsforum Köln-Bonn
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