Google: „Die Antwortmaschine wird zur Slop-Maschine“

In seinem Kommentar auf golem.de befasst sich Autor Christian Rentrop kritisch mit dem Wandel von Google von der Such- zur Antwortmaschine – unter anderem damit, dass Googles KI-Antworten kleine Websites vernichten sowie kleine Fehler von der KI multipliziert werden.
Dummerweise entziehen Googles KI-Antworten Millionen Websites und zahllosen Content-Machern die Existenzgrundlage, das Geschäftsmodell – und damit die Möglichkeit, neue Inhalte zu produzieren. Gleichzeitig treibt der enorme KI-Bot-Datenverkehr – nicht nur von Google – die Hosting-Kosten in die Höhe und bremst technisch weniger solide Seiten massiv aus. Das schlägt sich wiederum in der Sichtbarkeit in anderen Suchmaschinen nieder.
Steigende Kosten, sinkende Umsätze – das ist gerade für die kleineren Websites und Foren, die mit Hilfestellungen, Tutorials, Test- und Erfahrungs- sowie Reiseberichten, Nischencontent und allgemeinen Infos ihr Auskommen erwirtschafteten, fatal.
Google trifft damit direkt das Rückgrat des freien Internets, das diese kleineren Websites seit drei Dekaden bilden. Und damit nicht zuletzt sich selbst, denn die KI braucht diese Seiten, um ihren Hunger nach Informationen zu stillen.
Mehr Paywalls und weniger Gratis-Content bedeuten weniger Quellen für die KI
Sinkende Umsätze bedeuten auch: weniger kostenlose Inhalte, mehr Werbung und mehr Paywalls bei den großen Content-Anbietern. Schon die DSGVO mit ihrer Banner-Pest und Werbeblocker setzten den Content-Plattformen zu.
Viele Verlage und Content-Anbieter wehren sich, indem sie Inhalte fast nur noch exklusiv an Abonnenten ausspielen, so mancher klammert auch KI-Bots aus. Das aber verringert den Wert als Quelle für Googles KI-Suche und letztlich die Sichtbarkeit für die interessierte Handvoll User, die sich nicht mit dem KI-Ergebnis zufrieden gibt – ein zweischneidiges Schwert.
Doch selbst wirtschaftlich nicht von direkten Werbeumsätzen abhängige Quellen wie Wikipedia oder die Websites der öffentlich-rechtlichen Sender leiden unter deutlichen Nutzereinbußen. Bots verursachen auch dort teuren und nutzlosen Datenverkehr, der anschließend bei LLMs und zuvorderst Googles KI-Suche direkt von Google monetarisiert wird.
Wikipedia ist zwar spendenfinanziert, doch um Spenden für die enormen Hosting- und Personalkosten zu gewinnen, muss die Plattform sichtbar sein. Googles KI kassiert das ein, nimmt den Content – und degradiert die mächtige Quelle zu einer Fußnote. Im Grunde ist es Content-Diebstahl im großen Stil, auch wenn die KI-Anbieter das verneinen.
Den ganzen Beitrag „Die Antwortmaschine wird zur Slop-Maschine“ lesen Sie auf golem.de
Weitere News aus dieser Kategorie
13. Juli 2026
Aktueller Gründungsboom: KI senkt die Hürden
Laut dem aktuellen Report des Startup-Verbands wurden zwischen Januar und Juni…
13. Juli 2026
KI-Verordnung: Praktischer Leitfaden der Bundesnetzagentur
Der „KI-Service Desk“ der Bundesnetzagentur unterstützt Unternehmen, Behörden…
6. Juli 2026
MINT-Lücke: Deutschland droht Wettbewerbsverlust
Der Fachkräftemangel in mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Berufen…



