MINT-Lücke: Deutschland droht Wettbewerbsverlust

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Der Fachkräftemangel in mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Berufen spitzt sich zu. Das geht aus dem aktuellen MINT-Frühjahrsreport hervor. Aus Sicht des Vereins Deutscher Ingenieure e. V. (VDI) ist diese Entwicklung alarmierend und erfordert entschlossenes Handeln.

Dem MINT-Frühjahrsreport zufolge fehlt es an 133.900 MINT-Fachkräften. Er macht deutlich: Die Fachkräftelücke wird sich ohne gezielte Gegenmaßnahmen weiter vergrößern. Für den VDI ist klar, dass Politik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen jetzt gemeinsam handeln müssen, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern. „Deutschland hat ein Fachkräfteproblem und dadurch eine Wertschöpfungslücke. 7 Milliarden Euro an Wertschöpfung sind bis 2035 möglich, wenn wir das Potenzial von mehr Ingenieurinnen nutzen. Strukturelle Hürden und Klischees müssen wir hierfür abbauen“, erläutert Maximilian Stindt, Arbeitsmarktexperte beim VDI.

Frauen in MINT-Berufen: Strukturelle Hürden abbauen

Frauen sind in technischen Berufen weiterhin unterrepräsentiert. Um mehr Ingenieurinnen zu gewinnen und langfristig zu halten, sind strukturelle Veränderungen notwendig – etwa durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, flexible Arbeitsmodelle sowie gezielte Fördermaßnahmen für Führungspositionen. Auch der Zugang zu Weiterbildungs- und Re-Skilling-Angeboten muss erleichtert werden. Das bestätigt eine kürzlich veröffentlichte VDI/IW-Studie „Ingenieurinnen in Deutschland“.

Gleichzeitig gewinnt Qualifizierung insgesamt an Bedeutung. Der VDI betont, dass kontinuierliche Kompetenzentwicklung und Re-Skilling entscheidend für die Innovationsfähigkeit des Standorts Deutschland sind. Ohne eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive drohen langfristige Wettbewerbsnachteile.

Internationale Fachkräfte gewinnen und integrieren

Auch internationale Fachkräfte leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Mit dem Programm VDI-Xpand unterstützt der VDI zugewanderte Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Das Mentoring-Angebot ist Teil des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ und zielt auf eine nachhaltige Verbesserung der Beschäftigungschancen.

MINT-Nachwuchs: Weniger Studierende, sinkende Kompetenzen

Zwischen 2016 und 2023 sanken die Studienanfängerzahlen in den Ingenieurwissenschaften und in der Informatik von 143.400 auf 128.400. Bei deutschen Studienanfängerinnen und Studienanfängern sogar von 106.600 auf 80.100. Perspektivisch werden diese Zahlen weiter sinken. Ursachen sind sinkende mathematische und naturwissenschaftliche Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern sowie die demografische Struktur der Bevölkerung. Es kommt zu einem noch stärkeren Mangel an jungen, kompetenten Menschen. Um dem entgegenzuwirken, müssten Mathematik und Naturwissenschaften realitätsnah und mit Anwendungsbezug unterrichtet werden, sagt VDI-Bildungsexpertin Alina Cohnen. „Gerade technische Fragestellungen können beides optimal verbinden“, so Cohnen.

Quelle: VDI

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