KI-Gesetz: Deutsche Unternehmen skeptisch
In deutschen Unternehmen herrscht Skepsis gegenüber der neuen EU-Verordnung zur KI. Nach einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte sehen dadurch 52 Prozent der Unternehmen ihre Innovationsmöglichkeiten eingeschränkt, knapp 19 Prozent erwarten eine Stärkung.

Unklare Regularien aus Brüssel stoßen bei Unternehmen auf wenig Begeisterung, sagen die Berater. Die Umsetzung des KI-Gesetzes dürfte aufwendig werden. „Die teils wohl bewusst unklaren Regelungen des AI Act machen eine Auslegung tatsächlich nicht immer leicht“, sagt Deloitte-Partner Till Contzen. „Die Umsetzung der Anforderungen wird je nach Umfang der KI-Nutzung in einem Unternehmen einen erheblichen Aufwand mit sich bringen – zumal viele Unternehmen nicht einmal wissen, wie viel KI sie genau nutzen.“
Erst ein Viertel der Firmen habe sich bereits auf die Umsetzung vorbereitet. Es drohe eine Situation, vergleichbar mit der Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai 2018.
KI-Gesetz muss in allen EU-Staaten umgesetzt werden
Eine angemessene Regulierung könne Vertrauen herstellen, aber auch die Innovationskraft schwächen, sagt Deloitte-Digitalexpertin Sarah Becker. Der EU AI Act ist seit August 2024 in Kraft und muss in den kommenden zwei Jahren in allen EU-Staaten umgesetzt werden. Bei Nichteinhaltung der Vorgaben drohen hohe Bußgelder.
Im Rahmen des KI-Gesetzes werden KI-Anwendungen nach Risiken klassifiziert, die die Grundrechte, die Gesundheit oder die Sicherheit der Bürger in der EU betreffen. KI-Anwendungen, die nach den Regeln des AI Act nicht mehr erlaubt sind, müssen spätestens am 2. Februar 2025 vom Markt genommen werden. Dazu zählen beispielsweise biometrische Identifikationssysteme oder auch Systeme zur vorausschauenden Polizeiarbeit.
Quelle: golem.de
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