Datenschutz wird jedes Jahr aufwendiger

Zehn Jahre nach dem Start der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zeigen die Ergebnisse einer Langzeitbefragung des Digitalverbands Bitkom: Der Datenschutz ist in den Unternehmen zwar fest verankert, zugleich werden Aufwand, Komplexität und Rechtsunsicherheit größer.
Am 24. Mai 2016 ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Der Digitalverband Bitkom hat deshalb vor kurzem die Ergebnisse einer Langzeitbefragung veröffentlicht, für die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands seit 2016 jährlich Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland repräsentativ befragt, zuletzt 603 Unternehmen aus allen Branchen.
Während Anfang 2018, kurz vor Anwendbarkeit der DSGVO, erst 7 Prozent der Unternehmen die Vorgaben vollständig oder größtenteils umgesetzt hatten, sind es 2024 bereits 71 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat sich die Wahrnehmung der DSGVO als Belastung jedoch dramatisch verstärkt: 2016 sagte ein Viertel der Unternehmen (25 Prozent), die DSGVO mache ihre Geschäftsprozesse komplizierter, 2025 sind es 81 Prozent. 84 Prozent der Unternehmen berichten 2024, dass ihr Aufwand für den Datenschutz seit Einführung der DSGVO gestiegen ist. 2025 bewerten 97 Prozent den Aufwand für Datenschutz als hoch, davon 44 Prozent als sehr hoch. Haben 2020 noch 40 Prozent der Unternehmen beklagt, dass Deutschland es mit dem Datenschutz übertreibt, sind es mit 72 Prozent im Jahr 2025 fast doppelt so viele.
Künstliche Intelligenz wird zur neuen Bewährungsprobe
Mit der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) ergeben sich zugleich neue Herausforderungen in puncto Datenschutz. 6 von 10 Unternehmen (59 Prozent) sehen den europäischen Datenschutz im internationalen Vergleich zwar grundsätzlich als Vorteil für die KI-Entwicklung in Deutschland und Europa, in der Praxis erleben sie jedoch das Gegenteil. Zwei Drittel (69 Prozent) sagen 2025, der Datenschutz erschwere es, KI-Modelle mit genügend Daten zu trainieren, 2023 waren es erst 42 Prozent. 63 Prozent sind überzeugt, dass der Datenschutz Unternehmen, die KI entwickeln, aus der EU vertreibt.
Quelle und mehr Informationen: Springer Professional
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