So viele Retouren wie nie zuvor

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Voraussichtlich 560 Millionen Pakete: Der Anteil an Retouren wird 2026 einen neuen Rekord erreichen. Die Quote könnte sogar tendenziell noch steigen. Für den Anstieg im Onlinehandel nennen Experten einen Grund: der zunehmende Einkauf über Smartphone-Apps.

Die Zahl der Retouren von online bestellten Produkten steuert 2026 in Deutschland auf einen Höchststand zu. In diesem Jahr schicken Kunden voraussichtlich 560 Millionen Pakete zurück, wie Berechnungen des Retourenforschers Björn Asdecker von der Universität Bamberg zeigen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Im vergangenen Jahr lag der Wert bei 550 Millionen Paketen und erreichte so einen Rekordwert. Grund für die Zunahme sei ein weiteres Wachstum im Onlinehandel bei einer etwa gleichbleibend hohen Retourenquote. Nahezu jedes vierte online bestellte Paket werde zurückgeschickt, sagte Asdecker.

Die Quote an zurückgesendeten Paketen könnte sogar tendenziell noch steigen, denn immer mehr Menschen kauften inzwischen über Apps auf ihrem Smartphone ein und seltener am Computer: „Auf Smartphone-Apps wird schneller gekauft. Es werden weniger Informationen konsumiert, bevor man den Bestellbutton drückt.“

Kostenlose Rücksendungen machen Produkte für alle teurer

Das hohe Retourenaufkommen hängt auch damit zusammen, dass sehr viele Onlinehändler kostenlose Retouren anbieten. Besonders häufig werde Kleidung zurückgeschickt. Über 80 Prozent der retournierten Pakete und rund 90 Prozent der retournierten Artikel entfielen auf das Modesegment, so Asdecker. Für die Händler bedeutet die Entwicklung zusätzlichen Margendruck. Denn die Kosten für sie sind hoch. Etwa 20 Prozent von ihnen haben pro Rücksendung Ausgaben über zehn Euro. Der größte Kostenblock ist laut einer Untersuchung des Handelsforschungsinstituts EHI der Rücktransport, der etwa zwei Drittel der Retourenkosten ausmacht.

KI soll Retourenquote verringern

Viele Händler legen die Kosten der Gratis-Rücksendungen auf ihre Artikelpreise um. Die Rücksendungen einzelner Kunden wirken sich somit zulasten aller Kunden aus. Um mit den vielen Retouren fertig zu werden, setzen Händler auch auf KI. Knapp jeder zehnte befragte Händler experimentiert inzwischen laut EHI mit KI-gestützten Lösungen, um Retouren besser zu analysieren. Die KI komme im Retourenmanagement an, allerdings bleibe sie vorerst oft ein Pilotprojekt und werde noch nicht breit operativ eingesetzt, erklärte das Institut.

Quelle: golem.de

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