Postbank Jugend-Digitalstudie 2026

Postbank Jugend-Digitalstudie 2026: Jugendliche verbringen durchschnittlich 64,6 Stunden pro Woche im Internet, einen Großteil davon in sozialen Netzwerken. Nahezu alle der bekanntesten zehn Social-Media-Kanäle verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr höhere Nutzungswerte. Zugleich setzen sich viele Jugendliche kritisch mit den Risiken auseinander.
Vier wichtige Ergebnisse der Studie:
- Social-Media-Sucht: Jugendliche erkennen Risiken und ziehen Konsequenzen
- Mehr als die Hälfte hat bereits Kanäle verlassen, weil dort Hass oder Unwahrheiten verbreitet wurden
- Etwa jeder und jede Zweite hat in den vergangenen sechs Monaten etwas gekauft, das von Influencern beworben wurde
- TikTok ist wichtigste Plattform für Social Shopping
Jugendliche verbringen durchschnittlich 64,6 Stunden pro Woche im Internet, einen Großteil davon in sozialen Netzwerken. Nahezu alle der bekanntesten zehn Social-Media-Kanäle verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr höhere Nutzungswerte. Zugleich setzen sich viele Jugendliche kritisch mit den Risiken auseinander: Acht von zehn der 16- bis 18-Jährigen kennen in ihrem persönlichen Umfeld Menschen, die aus ihrer Sicht süchtig nach sozialen Medien sind. Viele ziehen daraus konkrete Konsequenzen und verlassen Kanäle mit Hass, Aggression oder Unwahrheiten. Das zeigt die repräsentative Postbank Jugend-Digitalstudie 2026, für die im Juli 1.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren befragt wurden.
Instagram liegt vorn, TikTok holt auf
Bei jungen Menschen hierzulande am beliebtesten ist Instagram: 73 Prozent der Befragten nutzen die App, gefolgt von WhatsApp und YouTube mit jeweils 70 Prozent und TikTok mit 68 Prozent. Ale Plattformen konnten im Vergleich zum Vorjahr wieder höhere Nutzungswerte erzielen. In den Jahren 2021 bis 2024 waren die Nutzerzahlen auf vielen Kanälen zurückgegangen. Besonders dynamisch entwickelte sich TikTok: Innerhalb eines Jahres stieg die Nutzung um 14 Prozentpunkte. Sagten 2025 nur 54 Prozent der Jugendlichen, dass sie TikTok nutzen, sind es aktuell 68 Prozent. Snapchat legte um zehn Prozentpunkte auf 56 Prozent zu. Facebook erreicht dagegen nur noch 16 Prozent der Jugendlichen, ebenso wie Telegram und Twitch.
Jeder Vierte kauft regelmäßig per App
Auch wirtschaftlich gewinnen soziale Netzwerke an Bedeutung. 54 Prozent der Jugendlichen haben allein in den vergangenen sechs Monaten ein Produkt gekauft, weil sie es bei Influencern oder Bloggern gesehen haben. 2020 waren es noch 41 Prozent. Junge Frauen (57 Prozent) reagieren dabei etwas häufiger auf entsprechende Empfehlungen als junge Männer (51 Prozent). Auch der direkte Einkauf über soziale Netzwerke ist inzwischen verbreitet. 44 Prozent der 16- bis 18-Jährigen haben bereits mindestens einmal Social Shopping genutzt, ein Viertel sogar mehrfach.
TikTok ist beim Social Shopping die wichtigste Plattform. 55 Prozent der 16- bis 18-Jährigen, die bereits über soziale Medien eingekauft haben oder sich dies vorstellen können, nennen diesen Kanal. „Social Commerce verwischt die Trennung zwischen Unterhaltung, Werbung und Einkauf“, sagt David Dommel. „Kaufentscheidungen entstehen zunehmend dort, wo junge Menschen ohnehin einen erheblichen Teil ihrer Freizeit verbringen. Für Handel und Finanzwirtschaft ist das ein struktureller Wandel, weil Reichweite, Empfehlung und Kaufabschluss immer enger zusammenrücken. Dadurch gewinnt finanzielle Bildung an Bedeutung: Junge Menschen können Konsumentscheidungen immer schneller und mit immer weniger Hindernissen treffen.“
Mehr Informationen und Quelle: Presseportal
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