Studie: Umweltverbände kritisieren Nachhaltigkeitsversprechen der KI-Branche

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Große KI-Modelle wie ChatGPT verbrauchen so viel Strom wie ganze Länder. Trotzdem werben Tech-Konzerne mit grünen Versprechen. Umweltverbände und NGOs werfen den Unternehmen vor, Umweltschäden durch KI-Technologien zu verschleiern.

Technologiekonzerne rechtfertigten den enormen Energiehunger ihrer neuen Rechenzentren oft mit dem Argument, KI sei ein entscheidendes Werkzeug zur Bewältigung der Klimakrise. Eine Untersuchung mehrerer Nichtregierungsorganisationen (NGOs), darunter Algorithm Watch und Beyond Fossil Fuels, kommt jedoch zu dem Schluss, dass diese Behauptungen auf einer schwachen Datenbasis beruhten. Die Autoren der Studie werfen der Branche vor, Umweltschäden durch irreführende Kommunikation zu verschleiern.

Differenzierung zwischen herkömmlicher und generativer KI

Ein zentraler Kritikpunkt der Studie ist die fehlende Differenzierung beim Begriff „Künstlichen Intelligenz“. Die Untersuchung zeigt, dass sich die von Unternehmen wie Google oder Microsoft propagierten positiven Klimaeffekte fast ausschließlich auf herkömmliche KI-Anwendungen beziehen. Dazu zählen etwa Modelle zur Wettervorhersage.

Der aktuelle Boom und der damit verbundene massive Ausbau von Rechenzentren würden jedoch primär durch sogenannte generative Künstliche Intelligenz für Endverbraucher angetrieben – also Systeme wie ChatGPT, Copilot oder Gemini, die Texte, Bilder und Videos erzeugen. Für diese ressourcenintensiven Anwendungen konnten die Studienautoren kein Beispiel finden, das eine nachweisbare und substanzielle Reduktion von Treibhausgasemissionen belege.

Die Verknüpfung des Klimanutzens herkömmlicher KI mit dem Ausbau generativer Modelle bezeichnen die Autoren als eine neue Form des Greenwashings.

Dünne Beweislage für die meisten Klimaversprechen

Für die Analyse wurden 154 öffentlichkeitswirksame Behauptungen von Tech-Unternehmen und Institutionen über die positiven Klimaeffekte von KI ausgewertet. Das Ergebnis zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen Versprechen und wissenschaftlicher Evidenz: Lediglich 26 Prozent der untersuchten Aussagen stützten sich auf veröffentlichte wissenschaftliche Studien. Bei 36 Prozent der Behauptungen wurden überhaupt keine Belege angeführt, während ein Großteil des Rests lediglich auf eigene Unternehmenswebseiten oder -berichte verwies.

Quelle: Springer Professional

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