Abschalten der Kupfernetze so wichtig wie Glasfaserausbau
Telekom-Konkurrenten wollen bei der Kupferabschaltung möglichst viele Kunden des Unternehmens gewinnen. Der Breitbandverband Anga legt einen Plan vor. Die Abschaltung der Kupfernetze müsse „wettbewerbsneutral“ gestaltet werden.

Um Deutschland bis zum Jahr 2030 flächendeckend mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen, sei die Umschaltung vom Kupfernetz der Deutschen Telekom auf Glasfaser so notwendig wie der Infrastrukturausbau selbst. Das gab der Branchenverband Anga am 1. Oktober 2024 bekannt. Geschäftsführer Philipp Müller: „Die Abschaltung der alten Telekom-Kupfernetze muss deshalb so verlaufen, dass sie einen fairen Wettbewerb aller Anbieter im Sinne der Kundinnen und Kunden ermöglicht – und zwar unabhängig von der Frage, wer die Netze baut.“
Zum Hintergrund: Das Telekommunikationsgesetz (TKG) enthält keine ausdrücklichen Vorgaben zur Abschaltung der Kupfernetze und „Umschaltung“ auf Glasfaser. Es regelt in Paragraf 34 nur, unter welchen Umständen die Telekom das alte Kupfernetz abschalten darf. Hierzu gehört, dass ein alternatives Netz vorhanden ist, über das Kunden nach der Abschaltung versorgt werden können. „Der Anreiz für die Telekom, eine Abschaltung des Kupfernetzes einzuleiten, ist dann groß, wenn sie bestehende Anschlüsse auf das eigene Glasfasernetz migrieren kann. Verfügt hingegen ein Wettbewerber über ein lokales Glasfasernetz, gibt es aus strategischen und wirtschaftlichen Erwägungen heraus für die Telekom vielfach Anreize, das eigene Kupfernetz weiter zu betreiben“, erklärte Müller.
Um dies zu verhindern, müsse die Kupferabschaltung „wettbewerbsneutral“ gestaltet werden. Dies sei eine entscheidende Weichenstellung, die die Telekommunikationsmärkte auf Jahrzehnte prägen werde.
Quelle: Golem
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